Athletic bilbao: europa-ambitionen drohen finanzielle schieflage

Bilbao steht vor einer Zerreißprobe: Der Verein muss sich entscheiden, ob er seine Ambitionen auf europäische Wettbewerbe aufrechterhalten will – oder ob die finanzielle Realität einen radikalen Kurswechsel erzwingt. Präsident Jon Uriarte hat in einem Podcast-Interview schockierende Details über die wirtschaftliche Lage des Vereins enthüllt.

Die abhängigkeit vom europäischen bonus

Die finanzielle Stabilität des Athletic Bilbao ist untrennbar mit dem Erreichen der europäischen Wettbewerbe verbunden. In der vergangenen Saison generierte der Verein durch die Teilnahme an der Champions League Einnahmen in Höhe von 56 Millionen Euro. Der Gesamtetat betrug 185 Millionen Euro, wovon 155 Millionen Euro für den operativen Betrieb und rund 120 Millionen Euro für das Personal ausgegeben wurden. Ohne die zusätzlichen Einnahmen aus Europa gerät der Verein in ernsthafte finanzielle Schwierigkeiten.

Uriarte machte deutlich, dass der Verein im laufenden Geschäftsjahr zwar noch Gewinne erzielen wird, im kommenden Jahr jedoch mit Verlusten zu rechnen ist. „Dieses Jahr machen wir Gewinne. Im nächsten Jahr spielen wir nicht in Europa und werden Verluste machen“, so der Präsident.

Unpopuläre entscheidungen werden unausweichlich

Unpopuläre entscheidungen werden unausweichlich

Die Situation zwingt den Verein, schwierige Entscheidungen zu treffen. Der Präsident schloss einen sofortigen Verkauf eines Schlüsselspielers aus, da dieser nicht nur sportlich wichtig sei, sondern auch zukünftige Einnahmen generiere. „Das ist ein beeindruckendes Problem“, betonte Uriarte.

Doch was, wenn die sportliche Situation nicht besser wird? Dann drohen unpopuläre Maßnahmen, die die Mitglieder des Vereins belasten könnten. „Die einfachste Lösung wäre der Verkauf eines wichtigen Spielers, aber dieser Spieler hilft uns, zu gewinnen und zukünftige Einnahmen zu generieren. Ein Problem beeindruckend“, denn der Präsident scheint hin- und hergerissen. Als Alternative wird eine Erhöhung der Mitgliedsbeiträge in den Raum gestellt, um die Verluste des Vereins zu decken. Eine bittere Pille für die treuen Anhänger.

Die Vereinsführung beobachtet die Lage genau und prüft mögliche Verkäufe, allerdings ohne auf Spieler zu setzen, die als unverkäuflich gelten. Stattdessen werden Optionen geprüft, den Erlös aus Transfers zu maximieren, beispielsweise durch Weiterverkaufsoptionen.

Die kommende Saison unter der Leitung von Trainer Terzic wird entscheidend sein. Ein erfolgreicher Start könnte eine schnelle Korrektur der finanziellen Lage ermöglichen. Doch die Gefahr einer langfristigen Nicht-Qualifikation für Europa und die daraus resultierenden finanziellen Probleme bleibt real.

Die jüngsten Aussagen des Präsidenten Uriarte verdeutlichen die prekäre Lage des Athletic Bilbao. Die Vereinsführung steht vor der gewaltigen Aufgabe, die sportlichen Ambitionen mit der finanziellen Realität in Einklang zu bringen. Ein Scheitern könnte den Verein in eine tiefe Krise stürzen.