Aston martin: ein fehlstart, der nach lehrstunden schreit?

Silverstone – Die Formel 1 ist ein Spiel mit Milliarden, Technologie und dem unerbittlichen Drang nach Perfektion. Doch nicht jede Investition führt zum Erfolg. Aston Martin erlebt derzeit eine bittere Lektion, die an vergangene Projekte erinnert und Fragen aufwirft, ob das ambitionierte All-Star-Projekt mit Honda tatsächlich zum Scheitern verurteilt ist.

Die schatten der vergangenheit: mclaren-honda und andere gescheiterte träume

Die Geschichte der Formel 1 ist gespickt mit kostspieligen Fehltritten. Toyota investierte über 400 Millionen Euro pro Saison, ohne je einen Grand Prix zu gewinnen – lediglich 13 Podien blieben als spärliche Erinnerung. BMW, einst unter dem Banner von Sauber, setzte auf eine veränderte Reglementsbasis im Jahr 2009, nachdem man 2008 bereits nahe dran war. Ein fataler Schritt, der das Projekt in den Sand setzte. McLaren hingegen, die Partnerschaft mit Honda im Jahr 2015, entwickelte sich zu einem Albtraum von biblischen Ausmaßen – eine Katastrophe, in deren Zentrum Fernando Alonso stand, der nun erneut mit Aston Martin und Honda ein neues Kapitel aufschlägt, verbunden mit einem dramatischen Start.

Die Erinnerung an McLaren-Hondas Misserfolg ist noch frisch. Doch die aktuellen Daten von Aston Martin übertreffen sogar diese negativen Vergleiche. Die ersten Rennen des Jahres offenbarten eine erschreckende Diskrepanz zu den Konkurrenten. Aston Martin liegt im Durchschnitt 4,05 Sekunden pro Runde hinter den Führenden zurück – ein Unterschied, der in der Formel 1 eine Ewigkeit ist. Im Vergleich dazu überschritt McLaren in den Jahren 2015 bis 2017 selten die Drei-Sekunden-Marke.

Die Zuverlässigkeit des AMR26 lässt ebenfalls zu wünschen übrig. Nur Alonso konnte in Japan, und das bei deutlich reduzierter Leistung, die Zielflagge sehen. Aston Martin hat lediglich 62,67% der Rennstrecken zurückgelegt, während McLaren in seinem schlechtesten Jahr 2016 noch fast 73% der Distanz bewältigte. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Die Pannen sind gravierend.

Ein hoffnungsschimmer? die lange saison und alonsos optimismus

Ein hoffnungsschimmer? die lange saison und alonsos optimismus

Doch ist das Urteil bereits gefällt? Fernando Alonso, ein Mann, der schon viele Stürme erlebt hat, hält an einem Funken Optimismus fest: „Die Saison ist lang, und wenn wir die Probleme identifizieren und lösen, haben wir noch Zeit, in der zweiten Jahreshälfte oder im letzten Drittel eine deutlich bessere Position zu erreichen.“

Die Verantwortlichen bei Honda arbeiten fieberhaft an Lösungen, um die Zuverlässigkeit des Motors zu verbessern und die Leistung zu steigern. Mike Krack, der Ingenieurchef von Aston Martin, räumt ein: „Wir müssen ehrlich sein, es liegt auch an uns am Chassis. Wir sind nicht gut in schnellen Kurven, wir liegen nicht beim Gewichtsgrenzwert an.“

Die Suche nach aerodynamischen Verbesserungen und Gewichtsreduktion ist in vollem Gange. Doch der bereits mit Adrian Newey entworfene Chassis scheint nicht das Versprechen gehalten zu haben, das man sich erhofft hatte. Die Wahrheit ist: Das Auto ist schlecht geboren worden.

Es bleibt abzuwarten, ob Aston Martin seine Probleme in den Griff bekommt. Die Formel 1 hat in der Vergangenheit schon überraschende Wendungen erlebt – wie beispielsweise der fulminante Aufstieg von McLaren im Jahr 2023. Aber die aktuelle Situation ist düster, und die Reise nach oben wird lang und beschwerlich. Die Frage ist nicht, ob Aston Martin scheitern wird, sondern wie viel Zeit und Geld das Team noch verbrauchen wird, um aus diesem Tief herauszukommen.