Arsenals bank drückt den turbo: 38 tore von der reserve, rekord in europa

Kai Havertz köpfte in der 92. Minute, Gabriel Martinelli legte vor – und Mikel Arteta musste nicht einmal aufstehen. Sein zweites Arsenal gewann das Spiel. Die Bank war der Star.

Im Estádio José Alvalade, wo Sporting CP diese Champions-League-Saison noch keine Niederlage kassiert hatte, rotierte der Spanier dreimal in der Startformation: Ben White für Jurriën Timber, Riccardo Calafiori für Takehiro Tomiyasu, Noni Madueke für den verletzten Bukayo Saka. Drei Wechsel, null Bruch. Die Maschine läuft.

Die zahlen sind laut, keine werbung

38 Scorerpunkte – 24 Tore, 14 Vorlagen – schreiben diesen Saison die Joker der Gunners auf ihr Konto. Kein Klub in Europas Top-Ligen kommt auch nur halbwegs ran. In der Premier League erzielte Arsenal bereits acht Treffer nach der 90. Minute, ebenfalls Spitzenwert. Die Uhr tickt, der Gegner streckt sich, Arsenal dreht auf.

Arteta erklärte das schon im September: „Die Jungs müssen 70, vielleicht 74 Pflichtspiele bestreiten. Das ist neu. Die Intensität frisst Muskeln, also braucht man mehr Beine auf höchstem Niveau.“ Die Antwort kostete 429 Millionen Euro – und funktioniert prompt.

Gegen Sporting brachte er in der 71. Minute Martinelli, in der 81. Havertz, in der 87. den 16-jährigen Max Dowman. Letzterer war zehn Tage zuvor jüngster Premier-League-Torschütze überhaupt, nun jüngster Debütant in einem Champions-League-Achtelfinale. Lamine Yamal? Schon wieder alt.

Die Tore Nummer drei und vier in dieser Königsklasse fielen nach Vorlagen und Abschlüssen von Einwechselspielern – Rekord. Kein Team hatte je zuvor vier solcher Treffer in einer Saison verbucht. Die Liga der Reichen wird zur Liga der breiten Kader.

Der preis der tiefe

Der preis der tiefe

Transfermarkt taxiert Arsenals Kader auf 1,23 Milliarden Euro. Rund 440 Millionen davon sitzen regelmäßig auf der Tribüne oder dürfen kurz vor Schluss ran. Das ist teuer, aber es zahlt sich aus: Die Gunners führen die Premier League, stehen im Achtelfinale mit Auswärtssieg vorne und haben den Supercup schon im Schrank.

Sporting-Coach Rui Borges wechselte zweimal. Er hatte keine Antwort auf die zweite Garde. Sein Team lief 92 Minuten dem Ball hinterher, kassierte in letzter Sekunde den K.o. – und die Erkenntnis, dass elf Starter gegen 22 nicht reichen.

Arteta lächelt selten, gestern kurz vor Mitternacht schon. „Wir haben nicht gewonnen, weil wir besser waren“, sagte er. „Wir haben gewonnen, weil wir tiefer sind.“ Die Aussage trägt. Und sie wird bis Mai wiederhallen.