Arsenal zittert sich zum sieg: 16-jähriger knackt rekord vor leverkusen-crunch

Der Tabellenführer schläft nicht, er wackelt. Arsenal bezwang Everton 2:0, doch die drei Punkte rutschten so eben über die Linie – und das genau 48 Stunden vor dem Champions-League-Knaller gegen Bayer Leverkusen.

Havertz startet, gyökeres trifft – und ein schuljunge schreibt geschichte

Kai Havertz von der ersten Minute an, das war die Ansage von Mikel Arteta. Der Deutsche lieferte keine Gala, aber er riss Lücken, verschob die Ketten, verbrannte aber auch eine Großchance, die ihn in der Bundesliga noch locker verwandelt hätte. Die Partie plätscherte, Everton stand tief, Pickford parierte aus dem Stand. Erst in der 89. Minute patzte der englische Nationalkeeper, als Viktor Gyökeres – frisch eingewechselt, noch ohne Premier-League-Treffer – einen Abpraller versenkte. Die Emirates atmete auf, aber nicht lange.

Denn die eigentliche Sensation folgte nach sieben Minuten Nachschlag. Max Dowman, geboren 2009, eingewechselt für sein Debüt, mit Schultern wie ein Türblatt und Nerven wie Seile. Einen Konter, drei Pässe, Dowman läuft durch, lässt Pickford austicken – 2:0. Rekord: jüngster Arsenal-Torschütze in der Premier League. Der Jubel war ohrenbetäubend, die Reservebank raste auf den Rasen, Arteta schlug die Hände vors Gesicht. Everton? Zerstört, aber längst nebensächlich.

Die zehn-punkte-marke schmälert den blick auf leverkusen kaum

Die zehn-punkte-marke schmälert den blick auf leverkusen kaum

Mit 72 Zählern baut Arsenal die Tabellenführung vorläufig auf zehn Punkte aus – ein Seilschafts-Vorsprung, der selbst City müde macht. Doch im Kopf der Londoner tickt schon der Dienstag. Das 1:1 im BayArena war ein Warnschuss: Xabi Alonso hat seine Werkself auf Granate umgeschaltet, Wirtz und Grimaldo schäumen. Arteta wird Havertz wohl wieder in der Startelf lassen, aber die Frage lautet: wer partner mit ihm in der Box? Gyökeres buhlte sich mit seinem Spät-Tor gerade selbst ins Rennen, Jesus und Trossard schielen ebenfalls.

Für Everton wird es brenzlig. Die Toffees rutschen auf Rang 15, nur drei Punkte über der Abstiegszone. Sean Dyche schüttelte nach Abpfiff nur den Kopf: „Wir haben 90 Minuten diszipliniert gestanden, dann verlieren wir wegen zwei individuellen Patzern.“ Die Statistik spricht gegen ihn: kein Sieg seit sieben Spielen, das nächste Gastspiel bei Tottenham. Die Rechnung: wenn die Trendkurve so weiterläuft, steigt Everton erneut in den Strudel.

Newcastle erkaltet chelsea – und zwei deutsche jubeln mit

Newcastle erkaltet chelsea – und zwei deutsche jubeln mit

Am Stamford Bridge lief parallel ein deutsches Déjà-vu. Nick Woltemade, 21, durfte vom 67. Minute an zuschauen, Malick Thiaw, 23, spielte durch – beide durften mit Newcastle den 1:0-Sieg bei Klub-Weltmeister Chelsea feiern. Anthony Gordon traf früh, danach verteidigte die Magpies mit Mannschaftsleistung. Chelsea blieb ideenlos, Palmer verschoss aus spätest Distanz. Für Thiaw ist es die dritte Pleite in Serie, die er als Außenstehender miterlebt – intern sieht er sich nun als Gesicht des Umbruchs. „Wir müssen die Köpfe wieder hochkriegen, sonst wird das eine sehr lange Saison“, sagte er durch die Mixed Zone. Woltemade fügte hinzu: „Drei Punkte auf Schalke, das war wichtig, aber wir wollen mehr.“

Die Premier League schläft nie. Arsenal hat einen Teenager, Everton einen Kater, Leverkusen einen Termin. Und die Deutschen? Feiern auf beiden Inseln – mal mit, mal gegen den Ball. Am Dienstag um 21 Uhr entscheidet sich, ob Havertz’ Glück nur ein kurzer Stopp war oder der Beginn eines Londoner Champions-League-Traums. Die Uhr tickt. Die Kugel rollt. Die Geschichten schreiben sich von selbst.