Arsenal verspielt titel, city-youngster o'reilly wird zum doppel-pack-held
Wembley wurde zur Arena der Demütigung. Arsenal liefert sich ein Offensiv-Feuerwerk, trifft dreimal den Pfosten – und verliert trotzdem 0:2. Manchester Citys Nico O'Reilly, 21 Jahre jung und gestern erst geburstagst, schlägt mit zwei Kopfbällen (60./64.) ein und versieht Pep Guardiolas Pokalsammlung mit dem neunten League-Cup-Sieg.
Die Zahlen lügen nicht: 19:8 Torschüsse für die Gunners, 68 % Ballbesitz, erwartete Tore (xG) 2,4 gegen 0,9 – und dennoch geht der Pokal an die Skyblues. Keeper James Trafford parierte alles, was auf ihn zukam, während Kepa Arrizabalaga einen harmlosen Freistoß nur an die Latte lenste; der Abpraller landete bei O'Reilly, der einköpfte. Vier Minuten später die gleiche Szene, dieselbe Kombination, derselbe Kopfball. 0:2, Entscheidung.
Artetas fluch: 14 spiele unbesiegt, dann der knock-out
Mikel Arteta stapfte mit hängenden Schultern durchs Spieler-Tunnel. Sein Arsenal hatte sich zuvor 14 Partien in Folge ungeschlagen gezeigt – und jetzt dies. Kai Havertz und Bukayo Saka scheiterten früh an Trafford, später rutschte ein Havertz-Lupfer knapp am Pfosten vorbei. City? Sah nur vier Minuten lang gefährlich aus, reichte aber.
Thomas Tuchel, in der Royal Box gesichtet, notierte sich eifrig. Für ihn dürfte die Bilanz bitter sein: Havertz wirkte um Zentimeter zu spät, Saka zu ungestüm. Auf der Gegenseite bewies O'Reilly, warum City-Talent-Scouts ihn seit U-16 auf dem Radar haben: Kopfballstärke, Laufwege, kalte Abbruch-Kultur.
Guardiola? Er trat nach dem 1:0 versehentlich eine Werbetafel, lachte später: „Wir haben den Cup geholt, weil wir in den entscheidenden Momenten richtig standen.“ Der 53-Jährige weiß: In der Premier League liegt City neun Punkte hinter Arsenal, hat aber ein Nachholspiel – und am 19. April Heimrecht im Top-Duell. Die Meisterschaft ist längst nicht entschieden.

Busbrand, platzrand-chaos, pokal-glanz
Vor Anpfiff richtete sich der Blick auf die A40: Ein Fan-Bus der Citizens stand in Flammen, laut Met Police keine Verletzten, Ursache unklar. Im Stadion flogen anschließend bengalische Feuer und goldene Konfetti-Pfützen – das Wembley-Emotions-Paket inklusive.
Arsenal muss sich nun fokussieren. Das Champions-League-Viertelfinale rückt näher, in der Liga winkt nach dem 28. Spieltag derzeit eine zwölf-Punkte-Kissen. Doch Pokal-Niederlagen brennen tiefer. Für City war der League Cup die kleine Mücke auf der Windschutzscheibe nach dem CL-Aus – ein Mückentöt-Plastik in Form von Silber.
Die Trophäe ist abgeholt, O'Reilly hat seinen ersten Profi-Titel. Arsenal aber spürt: Auch mit Ballbesitz-Fußball kann man sich selbst ausschalten, wenn die Chancenverwertung schlapp macht. Die Saison ist noch lang, die Wunde frisch. Der Knaller am 19. April rückt in weite Ferne – und trotzdem schon in den Kalendern beider Fanlager rot angestrichen.
