Arsenal schlägt chelsea platt – borbe patzt nicht, der halbfinaleinzug riecht

Der Titelverteidiger lebt. 3:1 gegen Chelsea, 20.000 im Emirates, und die deutsche Nummer eins zwischen den Pfosten war kein Zuschauer, sondern die letzte Mauer. Anneke Borbe, erst vor drei Wochen aus Wolfsburg gelotst, hielt ihre alte und neue Mannschaft im Spiel, als Lauren James mit einem Traumtor den Anschluss markierte. Die Antwort kam Sekunden später – Alessia Russo traf zum 3:1, und die Blues standen mit leeren Händen da.

Die zahlen, die chelsea wehtun

Die zahlen, die chelsea wehtun

Arsenal schoss zweimal, traf zweimal – bis zur Pause. Chelsea hatte 67 Prozent Ballbesitz, aber nur ein Tor aus 14 Versuchen. Stina Blackstenius traf nach 22 Minuten, Chloe Kelly erhöhte nach 32. Die Blues liefen an, aber sie liefen ins Messer. Sjoeke Nüsken, sonst Mittelfeld-Motor, blieb diesmal die Zündung aus – 54 Ballkontakte, keine klare Torvorlage. Borbe dagegen: fünf Paraden, ein gehaltenes Penalty-Foul, das der Schiedsrichter nicht sah. Die Null war weg, aber nicht der Sieg.

Die Stimmung kochte. Emirates war ein Kessel, nicht nur wegen des Derby-Charakters. Die Frauen-Champions-League ist längst kein Seitenprogramm mehr – sie ist Hauptgang. Die Uefa zählt 3,1 Millionen Live-Streams in der ersten Viertelstunde, die Zahlen explodieren. Der Sieg war für Arsenal nicht nur sportlich wichtig, sondern ein Statement im Rennen um TV-Gelder und Sponsoren. Chelsea muss jetzt in der eigenen Arena am 1. April eine Schippe drauflegen – drei Tore Vorsprung sind kein Selbstläufer, aber auch kein Grab.

Die Frage ist nicht, ob Chelsea zurückkommt, sondern wie. Managerin Sonia Bompastor wird ihre taktische Schablone über den Haufen werfen. Emma Hayes, frisch als US-Coach verpflichtet, sitzt noch einmal auf der Bank – ein Abschied, der nach Feuerwerk riecht oder nach Tränen. Für Borbe ist es die erste Champions-League-Saison als Stammtorhüterin nach Jahren als Ersatz in Wolfsburg. „Ich bin nicht hier, um zu warten“, sagte sie nach dem Spiel. „Ich bin hier, um zu gewinnen.“

Der Halbfinaleinzug ist kein Wunsch, er ist Plan. Arsenal hat in dieser Saison 17 Pflichtspiele in Folge nicht verloren. Die Serie trägt den Namen: Titelverteidigung. Das Rückspiel in der Stamford Bridge wird nicht über Zauberei entscheiden, sondern darüber, wer die Nerven behält. Chelsea muss riskieren, Arsenal darf nicht nur verwalten. Borbe kennt beide Seiten – und sie kennt das Finale im Mai in Bilbao. Dort will sie stehen. Keine Frage, kein Zweifel. Nur noch zwei Spiele trennen sie davon.