Arnautis schickt frankfurt mit adler-flügeln richtung finale
Kein Schweiß, kein Zittern. Niko Arnautis steht im Brentanobad und redet vom Endspiel, obwohl das Halbfinale gegen BK Häcken erst beginnt. „Wir wollen den nächsten Schritt“, sagt der Eintracht-Trainer, und seine Stimme klingt, als hätte er das Ticket für Floren längst in der Tasche.
Die schwedinnen kommen – mit tempo und tormaschine
Die Gäste aus Göteborg sind kein folkloristischer Nebenakt. Häcken schoss in der Gruppenphase 18 Tore, lässt Außenverteidigerinnen mit 35-km/h-Sprints auflaufen und hat die Bayern kurz gehalten. Arnautis hat Videos analysiert, bis die Linien auf dem iPad verschwammen. Sein Fazit: „Wenn wir nicht in jedem Sprint 100 Prozent Herz zeigen, fliegen wir raus.“
Die Eintracht selbst aber flog erst kürzlich. Gegen Barcelona presste sie 94 Minuten lang, ließ die Katalaninnen das Feld rückwärts laufen und schoss in der 92. Minute das 2:1. Diese Art von Sieg steckt noch in den Knochen der 3.100 Dauerkarten-Inhaber, die am Mittwoch ab 18.30 Uhr das Brentanobad zum Kochen bringen werden.

Kein druck, nur adrenalin
Arnautis spricht vom „Adler, der sehr, sehr hoch fliegt“. Keine konstruierte Metapher, sondern Code für ein System, das seit Januar nur ein Ziel kennt: Finale. Die 3-5-2-Umschaltung läuft automatisch, die Sechser- Doppelleiche ist zur Einzelkette geworden, und Stürmerin Laura Freigang trägt seit Wochen ein Lächeln, das selbst Gegnerinnen irritiert.
Die Zahme hat sich verabschiedet. Frankfurt gewann acht der letzten neun Heimspiele, schoss 23 Tore und kassierte nur vier. Gegen Häcken reicht ein 1:0 schon, um vor dem Rückspiel am 2. April die Schweden in die Karten schauen zu lassen. Die Schweden allerdings erzielten in dieser Saison auswärts in der 80. Minute noch fünf Siegtreffer – Statistik als Warnung.
Arnautis schließt die Pressekonferenz mit einem Satz, der wie ein Kommando klingt: „Wir sind nicht hier, um Halbfinale zu feiern. Wir sind hier, um Geschichte zu schreiben.“ Dann dreht er sich um und verschwindet in den Katakomben, wo schon die Aufwärmbands der Physiospieler knallen. Das Brentanobad wartet. Und das Finale wartet noch mehr.
