Arnaldi schreibt geschichte: marathon-auftritt in paris!

Matteo Arnaldi hat bei den French Open nicht nur die Viertelfinals erreicht, sondern auch eine historische Leistung vollbracht. Der Italiener hat mehr Zeit auf dem Platz verbracht als jeder andere Spieler seit 1991 – ein Beweis für seine unglaubliche Widerstandsfähigkeit und seinen Kampfgeist.

Ein italienischer marathonmann in paris

Ein italienischer marathonmann in paris

Während die meisten Tennisspieler ihre Matches so kurz wie möglich halten wollen, um Kräfte zu sparen, ist Matteo Arnaldi eine willkommene Ausnahme. Seine Reise durch das Turnier war geprägt von epischen Schlachten, die ihn nun als ersten Spieler seit drei Jahrzehnten in die Top 8 der French Open gebracht haben. Insgesamt verbrachte Arnaldi unglaubliche 17 Stunden und 42 Minuten auf dem Court – eine Zeit, die seinesgleichen sucht.

Der Vergleich mit früheren Rekordhaltern ist frappierend: Albert Costa, dessen 15 Stunden und 2 Minuten im Jahr 2003 lange als Maßstab galten, wird nun von Arnaldi in den Schatten gestellt. Das Achtelfinale gegen Frances Tiafoe, das erst gegen ein Uhr morgens endete, demonstrierte eindrucksvoll Arnaldis Ausdauer. Nach 5 Stunden und 26 Minuten zermürbenden Ballwechseln sicherte er sich den Sieg – ein Match, das an einen Tennis-Marathon erinnerte.

Doch auch davor hatte Arnaldi bereits zahlreiche lange Matches bestritten. Sein drittes Match gegen Raphael Collignon dauerte 4 Stunden und 58 Minuten, mit einem dramatischen Tie-Break im fünften Satz. Selbst das Match gegen Stefanos Tsitsipas, der letztendlich schneller endete, benötigte immerhin 3 Stunden und 17 Minuten. Im Vergleich dazu liegt Joao Fonseca, der zweitmeisten Zeit auf dem Platz verbrachte, mit 14 Stunden und 29 Minuten deutlich zurück – ein Unterschied von fast drei Stunden!

Was diese Leistung besonders bemerkenswert macht, ist Arnaldis schwierige Saison zuvor. Ein chronisches Fußproblem hatte ihn fast aus den Top 150 der Weltrangliste gedrängt. Nun, nach dem Sieg im Challenger-Turnier von Cagliari und seinem beeindruckenden Auftritt in Paris, steht er virtuell auf Platz 53 und trifft im Viertelfinale auf Matteo Berrettini – ein weiteres italienisches Duell von historischer Bedeutung.

Arnaldi selbst hat oft betont, wie er lange, kämpferische Matches schätzt, in denen er sich mental und physisch austoben kann. Er hat bewiesen, dass er nicht nur über die nötige Technik und Schlagkraft verfügt, sondern auch über den unbedingten Willen, sich durchzusetzen. Die Probleme der Vergangenheit sind vergessen, und Arnaldi kann endlich wieder das Tennis genießen, das er liebt. Denn manchmal ist es eben der längste Weg, der zum schönsten Ziel führt.