Aritz elustondo rutscht gegen alavés ins zentrum – vielleicht sein letztes aufgebot für real sociedad
Aritz Elustondo steht vor einem Startplatz, der wie ein Abschied wirkt. Gegen Deportivo Alavés rückt der Sechser in die Innenverteidigung, weil Jon Martín gelb-rot-gesperrt und Igor Zubeldia weiterhin in der Reha-Kabine hockt. Für den 31-Jährigen wäre es das erste Mal in der Ära Pellegrino Matarazzo, dass er von Anfang an aufläuft – und vielleicht das letzte Mal überhaupt im Trikot der Txuri-Urdin.
Elf jahre, 300 spiele, 537 minuten
Die Zahlen erzählen eine Geschichte des langsamen Verschwindens. In dieser Saison kam Elustondo erst zu 14 Einsätzen, fünfmal in der Startformation, insgesamt 537 Minuten. Das ist weniger als sein Vorjahres-Schnitt pro Monat. 2022/23 stand er noch 35 Mal auf dem Feld, 24 Mal von der ersten Minute. Seit Matarazzo im Dezember das Zepter übernahm, durfte er viermal ran – immer als Joker. Die Uhr tickt. Am 30. Juni läuft der Vertrag aus.
Die Logik spricht für ihn: Gegen Levante wurde er in der 69. Minute für Duje Caleta-Car hereingeschickt. Das deutet darauf hin, dass Matarazzo ihn gegen die Basken neben den Kroaten stellt. Die Alternative wäre Luken Beitia, 19, aus dem Sanse-Nachwuchs. Doch der kam gegen Levante nicht vom Fleck – ein Indiz, dass der Coach lieber auf altbewährte, wenn auch rostige, Knochen setzt.

Vom one-club-traum zur abwägung
Elustondo wurde in Beasain geboren, schloss sich mit 13 der Akademie an, träumte davon, ein One-Club-Man zu werden. Jetzt muss er entscheiden: Warten auf ein Angebot, das vielleicht nie kommt, oder woanders wieder 90 Miniten kriegen. Die Tribüne kennt er inzwischen zu gut. Beim 2:0 in Mallorca saß er durch, beim Pokal-Aus in Mallorca ebenfalls. Seine letzte volle Partie: 20. Dezember, 0:1 in Bilbao. Seitdem ist er nur noch Statist.
Sollte er am Samstag wirklich ran, wird das Reale Arena applaudieren – aus Dankbarkeit und aus Abschiedsgefühlen. Denn wer einmal die Hymne als Anführer gehört hat, vergisst sie nie. Elustondo könnte sie diesmal als Verteidiger mitsingen, nicht als Sechser. Und wenn die 90 Minuten vorbei sind, wird er wissen: Es war nicht nur ein Spiel, es war eine Entscheidung über seine Zukunft. Die Uhr tickt weiter. Die Minuten werden nicht mehr jünger.
