Arantxa sánchez vicario: vom tennis-star zum juristischen fall – ein schicksal
Eine tennis-legende im schatten
Arantxa Sánchez Vicario, einst die größte Rivalin von Steffi Graf, steht seit Jahren im Zentrum von Schlagzeilen, die wenig mit ihrem sportlichen Erfolg zu tun haben. Die Spanierin, die vor 31 Jahren die Spitze der Tennis-Weltrangliste erreichte, kämpft seit dem Ende ihrer Karriere mit persönlichen und finanziellen Problemen. Ihr Leben nach dem Tennis ist eine Geschichte von Turbulenzen und familiären Streitigkeiten.

Der aufstieg zur weltranglistenspitze
Am 6. Februar 1995 schrieb Tennisgeschichte: Arantxa Sánchez Vicario wurde die erste Spanierin, die die WTA-Weltrangliste anführte. Sie thronte elf Wochen an der Spitze. Ihr Aufstieg begann 1985, als sie in den Profizirkus eintrat und sich zur erfolgreichsten Vertreterin der Tennis-Dynastie entwickelte. Ihre Kämpfermentalität und ihr Konterspiel machten sie zu einer gefürchteten Gegnerin.

Die rivalität mit steffi graf
Die Duelle zwischen Arantxa Sánchez Vicario und Steffi Graf prägten eine Ära des Tennissports. Sie begegneten sich in insgesamt sieben Grand-Slam-Finals. 1989 beendete Sánchez Vicario die Siegesserie von Graf nach deren Golden-Slam-Jahr 1988 mit einem Sieg bei den French Open. Insgesamt gewann Sánchez Vicario vier Grand-Slam-Titel im Einzel.
Grand-slam-erfolge und weitere titel
Neben ihren vier Einzeltiteln bei den Grand Slams (1989, 1994, 1994, 1998 – alle French Open und 1994 US Open) feierte Arantxa Sánchez Vicario auch im Doppel große Erfolge. Sie gewann sechs Grand-Slam-Titel zusammen mit Partnerinnen wie Helena Sukova und Jana Novotna. Insgesamt sammelte sie in ihrer Karriere 29 Titel und besiegte zahlreiche andere Topstars.
Der familienstreit und finanzielle probleme
Nach dem Ende ihrer Karriere begann ein schwieriges Kapitel. In ihrer 2012 veröffentlichten Biografie warf sie ihren Eltern vor, ihr gesamtes Vermögen (rund 56 Millionen Euro) ausgegeben zu haben. Es kam zu einem Rechtsstreit mit ihrem Vater Emilio Sr. und ihrem Bruder Javier wegen Veruntreuung, der mit einem außergerichtlichen Vergleich endete. Die familiären Beziehungen blieben zerrüttet, selbst nach dem Tod ihres Vaters im Jahr 2016.
Juristische auseinandersetzungen und bewährungsstrafe
Arantxa Sánchez Vicario geriet selbst mehrfach wegen Vermögens- und Steuerangelegenheiten ins Visier der Justiz. 2016 entging sie einer drohenden vierjährigen Gefängnisstrafe, indem sie vor Gericht glaubhaft machte, in Geldangelegenheiten ahnungslos zu haben. Ihr Ex-Mann, Josep Santacana, wurde zu drei Jahren und drei Monaten Gefängnis verurteilt, da er angeblich Vermögenswerte verschleiert hatte, um einer Zahlung an eine Bank zu entgehen. Die Ehe mit Santacana, Vater ihrer Kinder Arantxa jr. und Leo, zerbrach ebenfalls.
Olympische erfolge und das späte karriereende
Neben ihren Erfolgen auf der Grand-Slam-Tour feierte Arantxa Sánchez Vicario auch bei den Olympischen Spielen Erfolge. Sie gewann 1992 in Barcelona und 1996 in Atlanta jeweils zwei Silber- und Bronzemedaillen im Einzel und Doppel mit Conchita Martinez. Sie beendete ihre Karriere im Jahr 2002, doch die Folgen ihrer sportlichen Erfolge blieben von finanziellen Schwierigkeiten überschattet.
