Antony packt die koffer: so denkt der ex-betis-star über ajax, manchester und sevilla
Ein Wechsel, der viele Fragen aufwarf: Antony, einst Hoffnungsträger im brasilianischen Nationalteam, steht vor einer ungewissen Zukunft. Während er auf den Startschuss der Copa América in den USA, Mexiko und Kanada warten muss, offenbarte der Offensivmann im Podcast ‘Podpah’ einige überraschende Einblicke in seine Karriere – von den hektischen Entscheidungen in Amsterdam bis zur Sehnsucht nach Sevilla.
Die blitzentscheidung für ajax: „ich habe gebetet“
Antony blickt zurück auf seine Zeit beim Ajax Amsterdam und beschreibt die Entscheidung für den Transfer als einen Moment höchster emotionaler Anspannung: „Die Entscheidung, zum Ajax zu gehen, wurde in 15 Minuten getroffen. Ich habe gebetet, um Frieden in meinem Herzen zu finden, und habe dann zugenommen.“ Der junge Brasilianer erinnert sich an die Hilfe seines Freundes David Neres bei der Eingewöhnung, betont aber auch die taktische und spielerische Differenz zum europäischen Fußball. „Der Pass hier ist wie ein Schuss; es ist viel intelligenter und taktischer.“

Cristiano ronaldos ratschlag: „höre auf dein herz“
Seine Zeit beim Manchester United war geprägt von der Begegnung mit Cristiano Ronaldo, dem Antony mit Respekt und Bewunderung begegnete. „Cristiano Ronaldo ist eine unglaubliche Person, sehr witzig und höflich“, schwärmt Antony. Der Portugiese habe ihm geraten, auf sein Herz zu hören: „Er sagte mir, dass ich vorsichtig sein sollte, sobald ich nicht mehr diese Aufregung im Bauch spüre.“ Doch trotz anfänglicher Erfolge und der Anwesenheit eines Weltstars, konnte sich Antony in England nicht dauerhaft durchsetzen.

Die rettung in spanien: „ich musste wieder glücklich werden“
Die englische Presse habe ihn schwer belastet, gesteht Antony. „Es gab Momente, in denen ich an mir selbst gezweifelt habe, aber meine Familie hat mich daran erinnert, dass ein schlechter Moment meine Geschichte nicht definiert.“ Der Wechsel zum Betis Sevilla stellte für ihn eine Art Neuanfang dar. „Ich habe mich mit dem Betis identifiziert, weil es ein Verein der Leute ist.“ Das Gefühl, wieder zu alter Stärke zu finden, führte schließlich zu einem festen Transfer nach Andalusien, der den Verein in die Champions League katapultierte.
Sevilla: mehr als nur ein verein
Der Gewinn der Champions-League-Qualifikation mit dem Betis sei ein unvergessliches Erlebnis gewesen. „Es war etwas Besonderes, die Mitarbeiter und meine Teamkollegen wie Isco, die fünf Champions League Titel gewonnen haben, weinen zu sehen – das hat mich sehr berührt. Ich bin sehr glücklich in Sevilla mit meiner Familie.“ Die Rivalität im andalusischen Derbi mit dem Sevilla FC wird von Antony mit großer Leidenschaft beschrieben: „Es ist wie ein Palmeiras gegen Corinthians. Die Stadt lebt das Derby.“
Die bittere wm-erfahrung und der neue antony
Trotz seiner guten Leistungen – trotz der Beeinträchtigungen durch eine Pubitis – reichte es für Antony nicht für die brasilianische WM-Mannschaft. Er erinnert sich an die Enttäuschung von 2022: „Die Copa del Mundo ist etwas Surrealistisches; die Atmosphäre war unglaublich. Gegen Kroatien gab es keinen Schuldigen, uns hat es an Maliz gefehlt.“ Der enttäuschte Antony wirkt nun reifer und selbstbewusster. „Ich fühle mich jetzt viel erwachsener als 2022, sowohl in der Spielübersicht als auch in der Zuversicht.“
Antony hat gelernt, mit Kritik umzugehen und seine Stärken neu zu definieren. Sein Weg führte ihn von Amsterdam über Manchester nach Sevilla – und wohin er als nächstes geht, bleibt spannend. Aber eines ist sicher: Der brasilianische Offensivspieler hat gelernt, auf sein Herz zu hören und seinen eigenen Weg zu gehen, auch wenn er dabei manchmal gegen den Strom schwimmt.
