Antonelli schlägt zurück: italiens erster f1-sieg seit 18 jahren

Kimi Antonellikatapultierte sich in Shanghai aus dem Nichts auf die oberste Stufe des Podests – und ließ eine ganze Nation jubeln. Seit Fisichellas Triumph 2006 hatte Italien auf einen Sieg in der Formel 1 gewartet. 18 Jahre später, am 16. März, riss der 19-Jährige die Durststrecke mit einem Manöver, das schon Anekdotenstatus hat: Start-Ziel-Führung, keine Fehler, keine Gnade.

Hamilton neben ihm, senna in ihm

Platz drei nahm Lewis Hamilton ein, erstmals gemeinsam mit Antonelli auf dem Podium. Der Brite gratulierte mit der Coolness eines siebenfachen Weltmeisters, doch im Fahrerlager kursiert ein anderer Sound: Hamilton habe in der Funksprache nur zwei Worte gebracht – „respect, kid“. Das Video der Siegerehrung zeigt einen kurzen Händedruck, der mehr aussagt als jede Pressekonferenz.

Antonelli selbst redet nicht über Hamilton, sondern über Ayrton Senna. „Ich habe Tonnen von Material gesichtet“, sagte er letztes Jahr beim Festival von Trient. „Senna war nicht nur schnell, er war ein Prinzip. Wer so fährt, muss auch so leben.“ Dass er 2026 mit einem Brasilianer teamen würde, schließt er nicht aus. „Lernen von der Legende? Klar. Aber erst hole ich mir den Titel.“

Der nebel von zeltweg und die tränen der mutter

Der nebel von zeltweg und die tränen der mutter

Zurückleuchten lassen will Antonelli nur einen Tag: seinen ersten F1-Test in der Steiermark. 26 Grad am Vortag, Schnee am Testtag. „Ich dachte, jemand zieht mir den Stecker raus.“ Nach zehn Runden saß der Vater auf dem Beifahrersitz und betete. „Er hatte Angst, dass ich sein Auto in die Leitplanke setze. Ich habe es an die Grenze gebracht – und er hat es gespürt.“

Die Emotionen spitzten sich zu, als Mutter Veronica ihren Sohn auf dem Podium erkannte. TV-Bilder fangen ihren Sprint bis zur Absperrung ein, die Tränen in ihren Augen sind dieselben wie bei Fisichellas Sieg in Malaysia – nur 18 Jahre später. „Als ich ihn weinen sah, habe ich verstanden: Das ist kein Hobby mehr, das ist Berufung“, sagt sie im Interview. „Kart-Start mit drei, Delfino mit fünf – und jetzt das hier. Mein Junge ist angekommen.“

Wolffs joker und der deal von monaco

Wolffs joker und der deal von monaco

Toto Wolff brauchte nur einen Anruf von Giancarlo Minardi, um zu wissen, dass er den nächsten Rohdiamanten vor sich hat. 2018 dann die Einladung nach Monaco: Vater und Sohn Antonelli sitzen im Mercedes-Motorhome, vor ihnen der Vertrag zur Junior-Academy. „Ich habe die FP1 vom Boxenfenster aus gesehen, ein Foto davon hängt heute in meinem Schlafzimmer“, erzählt Kimi. „Toto ist wie ein zweiter Vater, nur dass er mir sagt, wenn ich zu langsam bin.“

Die Zahlen sprechen für sich: In seinem zweiten F2-Jahr holte Antonelli fünf Siege, drei Pole, die meisten Schnellsten Runden. Mercedes zog die Konsequenz – vorzeitiger Aufstieg 2025. „Spa war der Schlüssel“, sagt er. „Da habe ich endlich verstanden, wie man ein Rennen durchrechnet statt nur zu attackieren.“

Der Plan: 2025 Punkte sammeln, 2026 angreifen, 2027 Titel. Italien hat wieder einen Helden, der nicht nur spricht, sondern liefert. Und wenn er abends die Helmpflicht ablegt, schaut er sich noch einmal das Video von Villeneuve gegen Arnoux an – als Erinnerung daran, dass auch Legenden einmal 19 waren.