Ankermann rauscht durchs handball-universum: kiels 18-jähriger erobert jetzt den dhb
Die Handball-Welt redet nur noch über ihn. Rasmus Ankermann, 18 Jahre, 1,92 Meter groß, spielt sich in zwei Wochen vom Jugend-Talent zum DHB-Trainingsgast. Gold bei der U19-WM, 38 Tore in der European League, Vertrag bis 2030 – das ist kein Aufstieg, das ist eine Schleuderfahrt.
Die nummer zählt mit: 14 bundesliga-tore in 21 spielen
Im September war er der Jüngste auf dem Feld, heute ist er der Unberechenbare. Gegen Minden netzte er dreimal ein, gegen Paris zeigte er sieben Assists. Die Zahlen lesen sich wie ein Cheat-Code, doch hinter den Statistiken steht ein Kieler Jung, der noch vor zwei Jahren mit der B-Jugend trainierte.
Filip Jicha nennt ihn „Rohdiamant“, Viktor Szilagyi spricht von „europäischem Top-Talent“. Was keiner sagt: Ankermann spielt mit einer Gelassenheit, als hätte er vergessen, dass Profis normalerweise älter sind als 18. Als Elias Ellefsen à Skipagötu ausfiel, übernahm er die Rückraum-Steuerung – und schoss den Siebenmeter zum 32:30-Sieg im Nordderby.

Gold, vertrag, lehrgang – alles innerhalb von 45 tagen
Am 2. Februar unterschrieb er die Verlängerung, am 17. März folgt der DHB-Lehrgang. Zwischen diesen Daten liegt ein Sommer in Ägypten, 24 Treffer, Gold um den Hals und ein Foto mit Alfred Gislason, das seitdem auf jedem Handball-Smartphone kursiert. „Wir holen unsere Talente früh ran“, sagt Manager Ingo Meckes – das klingt nach Strategie, ist aber auch ein Schulterschluss mit dem Klub, der Ankermann seit 2021 formt.
Der Spielmacher selbst redet nicht vom Sprung, sondern vom nächsten Pass. „Ich lerne jeden Tag dazu“, sagt er, „und genieße, dass mich keiner für vollkommen hält.“ Das ist keine Standard-Phrase, sondern ein Satz, der passt zu einem Typ, der nach dem Training noch 50 Extra-Würfe absolviert – und dabei den Klub-Instagram-Kanal mitlaufen lässt.
Am 21. März steht er gegen Österreich in der U20 auf, danach geht’s zurück nach Kiel. Dort wartet die European-League-K.o.-Phase, vielleicht auch schon die erste Einladung ins A-Team. Die Uhr tickt nicht mehr laut, sie sprintiert. Und Ankermann rennt mit – als hätte er den Zeitplan selbst geschrieben.
