Angliru-schlacht: van der breggen und co. stellen sich der hölle!
Pola de Laviana vibrierte heute förmlich – nicht vor Vorfreude, sondern vor Anspannung. Die Luft knisterte, und der bittere Geschmack des bevorstehenden Angliru-Anstiegs lag wie ein bleierner Schleier über dem Peloton. Es ist ein Tag, an dem Legenden geschrieben werden, an dem die Grenzen des menschlichen Körpers aufgesucht und die allgemeine Klassifizierung auf den Kopf gestellt werden kann. Ein Tag, an dem jeder Fehler, jeder zögerliche Blick zur Seite, den Unterschied zwischen Triumph und Tränen ausmacht.
Die zahnradfrage: van der breggens geheime waffe
Die Diskussionen drehten sich um die Schaltwerke. Van der Breggens SRAM XX1 Monoplato mit dem 10-52er Kassette hat in Les Praeres bereits seine Wirkung gezeigt. Die Teams hielten ihre eigenen Konfigurationen eisern geheim, doch die Bedeutung der Übersetzung in diesem Monsteranstieg ist unbestritten. Paula Blasi setzt auf die bewährte V5RS von Colnago, speziell für Pogacar entwickelt – ein leichtes Biest, das in den steilen Rampen des Angliru zutiefst zum Vorschein kommen soll.
UAE Emirates setzt auf Shimano, was den Zugang zu Gravel-Schaltungen unmöglich macht – eine taktische Entscheidung, die entweder genial oder verhängnisvoll sein könnte. Die Katalanin plant, die anspruchsvolle Les Cabres-Steigung mit Dura-Ace zu bezwingen, einer Kombination aus 54-34 vorne und einem 36er Ritzel hinten. „Ich fühle mich gut, wirklich gut“, gab sie zu. „Die Gefühle stimmen, aber natürlich ist es schwer vorherzusagen, wie der Tag verlaufen wird. Mein Plan ist klar: Leid, Leid und noch mehr Leid, bis zum Ziel.“

Taktik und nerven: das spiel beginnt vor dem start
Die Stimmung war angespannt, selbst während der Präsentation von Juan Mari Guajardo. Die Witze kamen, aber sie klangen hohl, überlagert von einer unterschwelligen Besorgnis. Jeder Blick galt dem Angliru, dieser unbarmherzigen Prüfung, die das Feld in Einzelteile zerlegen wird. Es ist nicht nur eine Bergankunft; es ist ein Test der Willenskraft, eine Prüfung des Glaubens an die eigenen Fähigkeiten. Die Teams haben ihre Strategien ausgefeilt, ihre Fahrer mental auf die Tortur vorbereitet. Doch am Ende zählt nur eines: wer die letzten Meter am stärksten ist.
Die Regenwolken, die sich über den Gipfel zusammenbrauten, verstärkten die Atmosphäre zusätzlich. Sie sind nicht nur ein Ärgernis für die Fahrer, sondern auch ein Faktor, der die Taktik beeinflussen kann. Ein Ausrutscher in der Abfahrt könnte das Rennen endgültig entscheiden. Der Angliru ist kein Freund von Schwächen – er bestraft jeden Fehler unbarmherzig.
Die Spannung ist zum Greifen nah. Heute entscheidet sich, wer die Königsetappe für sich beanspruchen kann. Heute spricht der Berg.
