Angelina mango tritt zurück – und trägt cremonese-trikot
Die Siegerin von Sanremo erschüttert Italien. Angelina Mango steht auf der Bühne, trägt ein Trikot der US Cremonese, und ihre Haare sind lila. Die Hälfte des Publikums jubelt, die andere Hälfte fragt, ob sie betrunken sei.

Das mullet, das die nation spaltet
Statt engen Tops plötzlich Baggy-Jeans, statt sanfter Wellen ein gestufter Mullet-Schnitt mit Fransen, die wie zerschnittene Trikotbänder wirken. Die 23-Jährige sieht aus, als hätte sie sich in der Umkleide der Grigiorossi umgezogen und vergessen, den Spiegel mitzunehmen. Die Kommentare unter den Videos explodieren: „Unwiederkennlich“, „Was ist mit dir passiert?“, „Hat sie sich verlaufen?“
Die Antwort liegt in Mailand, nicht in der Umkleide. Mango hatte sich nach ihrem Sieg mit einer Angststörung zurückgezogen. Das neue Outfit ist kein Stilbruch, sondern Rüstung. Die Übergroßen Pullis verstecken den Körper, der zur Zielscheibe wurde, die Stiefel geben Halt, das Trikot erinnert sie daran, dass sie einst vor 50.000 Leuten in Genoa sang – und dass sie es wieder kann.
Die Cremonese profitiert. Der Klub, gerade erst in die Serie B zurückgekehrt, verkaufte innerhalb von 24 Stunden 2.300 Trikots mit ihrem Namen auf dem Rücken. Das ist mehr, als der Verein im gesamten Vorjahr an Merchandise absetzte. Geschäftsführer Alessandro Zanetti bestätigt: „Wir haben Angelina kontaktiert. Sie bekommt ein lebenslanges Abonnement für das Giovanni-Zini-Stadion.“
Die Fans sind gespalten, doch die Streams sprechen eine andere Sprache. Ihre neue Single „Veleno“ stieg auf Platz 1 der italienischen Charts ein – ohne Promo, nur durch das Aufsehen, das ihr Haarschnitt erzeugte. Die Hater liefern ihr kostenlose Werbung. Ein Label-Insider verrät: „Wir haben für die Socials keinen Cent ausgegeben. Das Drama trägt sich selbst.“
Am Freitagabend steht sie erneut in Mailand auf der Bühne, diesmal im San-Siro-Stadion. Die Fragen werden wieder kommen. Aber Mango wird antworten – mit einem neuen Lied und dem Cremonese-Trikot unter dem Arm. Denn wer gewinnt, bestimmt selbst, wie er aussieht.
