Ane azkona: 30 spiele in san mamés – ihre liebe zur kathedrale wird größer als jedes trauma

Am Sonntag um 17 Uhr betritt Ane Azkona zum 30. Mal als Profi das grüne Mosaik von San Mamés – und sie spürt noch immer Kribbeln in den Oberschenkeln. Das 7:1 gegen Barcelona war eine Ohrfeige, doch die Kapitänin des Athletic Club will mit dem Atlético Madrid den next gen Schritt zur Heilung machen.

Vom ballmädchen zur legende: azkonas längster lauf

2016 stand sie mit zitternden Knien im Tunnel, Filialspielerin, 18 Jahre, 55.000 Menschen. Heute ist sie 27, Torjägerin mit 40 Treffern in 203 Pflichtspielen, und immer noch dieselbe Navarra, die vor jedem Heimspiel einen Moment lang innehält, um das Brummen zu saugen. „Ich bin aus Pamplona, das alte San Mamés kenne ich nur aus Erzählungen. Mein erstes Mal war ein Champions-League-Spiel der Frauen – und ich dachte: irgendwann will ich hier unten stehen, nicht nur am Seitenrand.“

Das erste Tor gelang ihr am 16. Juni 2024 gegen Sevilla, 2:1. „Der Lautsprecher brüllt deinen Namen, 40.000 Stimmen schlagen zurück – das ist kein Sound, das ist ein Herzinfarkt mit Happy-End.“ Ihr speziellstes Kapitel schrieb sie am 16. Februar 2025 im Derby gegen Real Sociedad: Doppelpack, 2:0, Familie in Reihe 17, Freunde in 18, sie selbst lachend auf dem Rasen. „Danach habe ich WhatsApp zwei Tage lang ignoriert, weil jeder ein Foto vom zweiten Tor schickte.“

Der baby-athletic wird erwachsen

Der baby-athletic wird erwachsen

Azkona gehört zum Kader, der in Lezama als ‚Baby Athletic‘ gilt – Spielerinnen, die vor der Pubertät hereinkamen und nie mehr weggingen. Mittlerweile ist sie die viertälteste, was sie mit einem Schulterzucken quittiert: „Man wacht auf und ist die Oma. Aber die Oma kann noch sprinten.“ Vertrag bis Juni 2026, danach will sie nicht in TV-Studios landen, sondern vor Schulkindern stehen. Zweites Studium: Lehramt. „Ich will nicht nur Tore erklären, sondern auch den Unterschied zwischen Ball und Ballon.“

Das 0:2 im Viertelfinale 2019 gegen Atlético war ihr bisher bitterster Tag in der Kathedrale – Einwechslung in der 82. Minute, große Chance, Gegentor im Nachschlag. Am Sonntag trifft sie erneut auf dieselben Rojiblancas aus Madrid. „Wir haben die Wunden vom Camp Nou offen liegen lassen, sie analysiert, zugenaht. Jetzt kommt die Narbe zum Test.“ Noch 21 Punkte bis Saisonende, Platz fünf ist drin, Champions-League-Ticket der Frauen ist Geld, Prestige, Zukunft. „Wir sind ein Verein, der nie klein macht. Und ich bin eine Kapitänin, die nicht duckt, sondern rangeht.“

Bevor sie in den Tunnel blickt, zieht Azkona die Binde fest. 30 Mal San Mamés, 30 Mal Lärm, 30 Mal Sehnsucht. Die 31. steht vor der Tür. „Wenn das Spiel pfeift, vergesse ich die Statistik. Ich renne nur noch dem Ball hinterher – und der steht nie still.“