Andrighetto kämpft gegen die zeit: comeback in sicht?

Sven Andrighetto, Leistungsträger der ZSC Lions, befindet sich im zarten Balanceakt zwischen Hoffnung und Ungewissheit. Nach dem schweren Sturz im Playoff-Viertelfinale gegen Lugano, der ihn einer Gehirnerschütterung aussetzte, drängt die Zeit. Kann der erfahrene Stürmer rechtzeitig fit werden und seine Mannschaft verstärken? Die Frage beschäftigt die Fans und Verantwortlichen gleichermaßen.

Die schatten des zusammenpralls

Der Vorfall selbst, ein brutaler Zusammenstoß mit Teamkollege Rudolfs Balcers, wirft bis heute Fragen auf. Andrighetto selbst erinnert sich an kaum etwas von dem Moment. „Ich war für kurze Zeit komplett weg, weiss davon nichts mehr“, so der 33-Jährige. Die Tatsache, dass er die Bilder des Zusammenstoßes als fremd empfand, unterstreicht die Schwere der Verletzung und die damit verbundenen psychologischen Auswirkungen.

Balcers’ Entschuldigung wurde von Andrighetto sportlich aufgenommen. „Er hat es nicht absichtlich gemacht, das kann jedem passieren“, betonte er. Im Eishockey geht es oft schnell und brutal, und manchmal sind die Folgen unerwünscht. Doch der Ausfall des Topskorers schmerzte die ZSC Lions im Halbfinal gegen Davos immens. Das Team scheiterte deutlich, und Denis Malgin, der kongeniale Partner Andrighetto's, blieb komplett ohne Punkte.

Ein optimistisch gestimmter kämpfer

Ein optimistisch gestimmter kämpfer

Trotz der Herausforderungen zeigt sich Andrighetto optimistisch. Er profitiert von der Unterstützung des Medical-Teams der ZSC Lions und des Schweizer Nationalteams. „Sie schaffen mir die bestmöglichen Voraussetzungen. Ich bin sehr positiv, dass ich in den nächsten Wochen in die Normalität zurückkehren kann“, erklärte er. Aktuell werden seine Trainingseinheiten auf lediglich 30 Minuten reduziert und er nimmt noch nicht am Teamtraining teil. Doch selbst diese reduzierten Möglichkeiten helfen ihm, wieder in den Rhythmus zu finden.

Ein besonderes Augenmerk liegt auf der bevorstehenden Heim-WM 2026. Andrighetto ist fest entschlossen, sich für diesen Wettbewerb zu qualifizieren. Die aktuelle Situation rund um die Nationalmannschaft – die Entlassung von Trainer Patrick Fischer und der offene Brief von Captain Roman Josi – sind für ihn Nebensächlichkeiten. „Es gibt keine Mannschaft, in der alle immer gleicher Meinung sind. Es sind immer viele verschiedene Charaktere und Meinungen – das ist auch okay so. Aber bei uns geschieht das stets respektvoll, man findet einen Weg miteinander“, so der erfahrene Stürmer diplomatisch.

Ob Andrighetto seinen Wettlauf mit der Zeit gewinnen wird, bleibt abzuwarten. Doch sein Kampfgeist und seine positive Einstellung lassen hoffen, dass er bald wieder auf dem Eis stehen und seine Klasse beweisen kann. Die ZSC Lions und die Schweizer Nationalmannschaft werden seinen Einsatz brauchen, um in Zukunft erfolgreich zu sein.