Andersson-poker: bleibt der star doch in berlin?

Berlin bangt – und hofft. Lasse Andersson, der Shootingstar der Füchse Berlin, könnte doch in der Hauptstadt bleiben. Nach seinem Pokalsieg, gekrönt mit der Auszeichnung als wertvollster Spieler, wirbeln nun Gerüchte um eine mögliche Vertragsverlängerung. Ein Wechsel zu HÖJ Elite in Dänemark schien bereits festzustehen, doch die Lage ist brüchig.

Die relegation wirft fragen auf

Andersons Wechsel nach Dänemark war ein offenes Geheimnis, motiviert durch familiäre Rückkehr. Ein Klausel in seinem Vertrag ermöglichte den vorzeitigen Abschied. Doch nun steht HÖJ Elite vor dem Abgrund: Die Abstiegsrelegation in der Bambuni Herreligaen ist ein harter Brocken. Sollte HÖJ den Gang in die zweite Liga antreten, könnte Andersson sich neu orientieren. Das ist zumindest die offizielle Linie der Füchse.

Bob Hanning, Geschäftsführer der Füchse, äußerte sich in goldener Pokalbescheinigung zur Situation: „Erstmal muss man den Spieler respektieren, der einen Vertrag bei HÖJ unterschrieben hat. Sollte sich die Situation ändern, also HÖJ absteigen, dann werden wir uns sicherlich nochmal mit Lasse unterhalten.“ Seine Worte lassen Raum für Spekulationen.

Die Frage ist: Wird Andersson bereit sein, in der zweiten Liga Handball zu spielen? Hanning machte hier deutlich, dass dies unwahrscheinlich sei: „Er wird auf gar keinen Fall in der 2. Liga Handball spielen. Er ist am Peak seiner Karriere und wird nicht in einer Liga Handball spielen, die mit der 3. Liga vergleichbar ist. Das ist ausgeschlossen.“

Die Füchse Berlin beobachten die Lage in Dänemark aufmerksam. „Verträge sind Verträge“, betonte Hanning. „Er hatte ja Gründe, weshalb er gegangen ist und diese Klausel auch gezogen hat. Die galt es ja auch damals schon zu respektieren.“

Pytlick und die eigengewächse

Pytlick und die eigengewächse

Die Personalie Andersson hat bei den Füchsen die Suche nach einem geeigneten Ersatz im linken Rückraum beschleunigt. Simon Pytlick wurde bereits als mögliche Option gehandelt, aber auch hier gilt: „Auch da gilt wieder grundsätzlich: Es gibt Verträge.“ Hanning betonte, dass er sich von der öffentlichen Aufregung nicht beirren lasse.

Der Füchse-Boss zeigt sich zudem optimistisch in Bezug auf die eigenen Talente: „Wenn wir sehen, was Mathis Langhoff in den letzten Wochen und Monaten gespielt hat, dann sage ich ganz ehrlich: Ich habe überhaupt gar keine Angst. Lass den Jungen als ersten Mann bei uns Handball spielen.“ Die Zukunft der Füchse Berlin könnte also auch in den Händen eines jungen Eigengewächses liegen. Das ist ein klares Signal an die Konkurrenz: Die Füchse setzen auf die Jugend.