Ancelotti lobt mbappé vor brasilien-duell: „er ist ein killer im strafraum“

Carlo Ancelotti sitzt auf der Pressekonferenz in Foxborough, zieht die Augenbrauen hoch und lacht kurz. Dann kommt die Frage nach Kylian Mbappé. Die Antwort klingt wie eine Liebeserklärung – und wie eine Kampfansage. „Er war letzte Saison mein Torschütze, jetzt ist er mein Gegner. Das ist Sport. Aber ich kenne seine Laufwege besser als er selbst.“

Brasilien gegen frankreich: ancelotti setzt auf vier stürmer

Der 65-Jährige hat keine Lust auf Rückwärtsgewand. Trotz drei Ausfällen in der Abwehr – Éder Militão, Gabriel Magalhães und Marquinhos fehlen – will er nicht umstellen. „Ich werde nicht mit fünf Ketten spielen, nur weil Mbappé dribbelt. Wir haben Vinícius, Rodrygo, Endrick und Raphinha. Die sollen laufen, nicht blocken.“

Die Zahlen sprechen für ihn: In 14 Länderspielen unter Ancelotti erzielte Brasilien 31 Tore, kassierte nur neun. Doch die Defensive wackelt. Militão fällt mit Kreuzband, Gabriel mit Adduktoren, Marquinhos mit Oberschenkel. Bleibt ein Trio aus Douglas Santos, Wesley und Léo Pereira – 37 Länderspiele gesamt, keiner über 25 Jahre alt.

„Junge Spieler brauchen Fehler, um zu lernen“, sagt Ancelotti. „Aber gegen Mbappé kostet jeder Fehler ein Tor.“

Neymar bleibt außen vor – und schweigt

Neymar bleibt außen vor – und schweigt

Die Neymar-Frage liegt wie ein dumpfer Schlag im Raum. Ancelotti wurde seit seinem Amtsantritt nie gefragt, ob er den 32-Jährigen holen will – er entscheidet selbst. „Ich beobachte, ich höre, ich entscheide. Mehr gibt es nicht zu sagen.“

Neymar postete ein Video, in dem er seinen Hund in einem Brasilien-Trikout fit macht. Die Fans interpretieren. Ancelotti ignoriert. „Fußball ist keine Demokratie. Es ist mein Kader, meine Verantwortung.“

Donnerstagabend, 21.07 Uhr Ortszeit, Gillette Stadium. 65 000 Tickets weg, 35 000 Franzosen erwartet. Der Rasen ist frisch geschnitten, die Temperatur bei 12 Grad. Ancelotti steht in der Kabine, zieht seine Jacke aus. „Wir werden nicht warten. Wir spielen, wir treffen, wir gewinnen. Alles andere ist Nachspielzeit.“