Amputierter fußballer lappe: „fußballspielen ist kein handicap“,
Jonas Lappe, zweimaliger deutscher Meister und Nationalspieler im Amputiertenfußball, spricht im SPORT1-Podcast „Deep Dive“ offen über seinen Weg zum Spitzensportler. Seine Geschichte, geprägt von einer frühen Amputation, zeigt, dass sportliche Leistung und körperliche Einschränkung keineswegs unvereinbar sind – im Gegenteil, sie können eine Quelle der Stärke sein.
Ein leben mit handicap – und trotzdem torjäger
Mit nur zwei Jahren verlor Lappe aufgrund einer Krebserkrankung sein linkes Bein oberhalb des Knies. Doch seine Eltern schafften es, ihm ein ganz normales Aufwachsen zu ermöglichen. „Ich bin meinen Eltern sehr dankbar, wie sie mit der ganzen Geschichte umgegangen sind“, erzählt er. „Es wurde nie so zum Thema gemacht. Es ist in meinen Augen nie ein Nachteil gewesen.“ Diese Haltung prägte sein gesamtes Leben und ermöglichte ihm, seine Leidenschaft für den Fußball zu verfolgen – zunächst im Tor, später als Stürmer.
Seine Karriere führte ihn von Büren über das Torwartgeschäft bis hin zu Düsseldorf, wo er mittlerweile als Mannschaftskapitän glänzt. Seit 2021 existiert die Amputiertenfußball-Bundesliga, die Lappe mit Fortuna Düsseldorf bereits zweimal zur Meisterschaft führte. Die Regeln ähneln dem traditionellen Fußball, doch es gibt wichtige Unterschiede: Kein Abseits, Spielfeld in der Größe eines Sechzehners bis Sechzehner und spezielle Regelungen für Spieler mit Krücken oder Armverkürzungen.
„Wir sind da, um Fußball zu spielen und nicht, um uns zu bemitleiden“, betont Lappe. Diese Einstellung spiegelt die Mentalität des gesamten Teams wider: Sportlichkeit und Leidenschaft stehen im Vordergrund, nicht die Darstellung von Mitleid.

Mehr aufmerksamkeit für den sport
Lappe setzt sich dafür ein, dass Amputierterfußball als gleichwertiger Sport anerkannt wird. „Es ist wichtig, dass man versteht, dass auch wir Athleten sind, die auf eine gute Ernährung achten und viel auf sich nehmen“, so der 21-Jährige. Er möchte, dass die Zuschauer erkennen, dass es sich um Sportler handelt, die mit den gleichen Herausforderungen wie alle anderen Athleten konfrontiert sind – lediglich mit einer zusätzlichen Dimension.
Seine Leistungen brachten ihn frühzeitig in die Nationalmannschaft, und bei der WM 2022 war er als bester deutscher Torschütze mit drei Treffern im Einsatz. Dieses Jahr steht die nächste Weltmeisterschaft in Mexiko an, und Lappe hat klare Ziele: „Ich glaube einfach, dass da auch was geht. Wir reden jetzt vielleicht nicht unbedingt davon, das Ding zu gewinnen, aber mal ein Ausrufezeichen zu setzen. Die Vorfreude ist groß.“
Der Traum von der Paralympischen Anerkennung treibt ihn und seine Teamkollegen an. Sollte der Amputiertenfußball in das Paralympics-Programm aufgenommen werden, würde dies eine enorme Steigerung der Förderung und Professionalisierung bedeuten. Lappe und sein Team wollen dabei eine wichtige Rolle spielen und mit ihren Leistungen für einen nachhaltigen „WOW-Effekt“ sorgen.
Denn eines ist klar: Jonas Lappe und seine Teamkollegen beweisen, dass körperliche Einschränkungen kein Hindernis für sportliche Höchstleistungen darstellen – sondern eine Motivation, das Unmögliche möglich zu machen.
