Ammann macht weiter: der skisprung-veteran trotzt dem aus
Ein Comeback, so überraschend wie hartnäckig: Simon Ammann, die lebende Legende des Skispringens, gibt den Traum vom Rekord nicht auf. Trotz einer Saison, die ihn an den Rand des Abgrunds brachte, steht der 44-Jährige im kommenden Winter erneut am Start – ein Signal an die Konkurrenz und ein Befreiungsschlag für die Fans.

Die saison der enttäuschungen und die bittere realität
Die vergangene Saison war für den Schweizer alles andere als ein Märchen. Der Verlust des Weltcup-Startplatzes, die verpasste Teilnahme an den Olympischen Spielen 2026 – die Niederlagen häuften sich. Felix Trunz, die Hoffnung des Nachwuchses, wurde ihm vorgezogen, ein Zeichen dafür, dass sich die Zeiten ändern. Doch Ammann weigert sich, sich geschlagen zu geben. „Er ist sehr motiviert“, so Nationaltrainer Bine Norcic im Interview mit dem Blick, „und ich bin überzeugt, dass wir im Sommer weitere Schritte nach vorne machen können.“
Die Statistiken untermauern jedoch die Notwendigkeit zur Veränderung. Mit nur 41 Punkten landete Ammann auf dem enttäuschenden 46. Platz der Gesamtwertung. Nur achtmal schaffte er es in den zweiten Durchgang, sein bestes Ergebnis ein 23. Platz in Sapporo. Das ist weit entfernt von dem Ammann, den wir kennen und lieben – den vierfachen Olympiasieger, der das Skispringen über Jahre hinweg geprägt hat.
Doch der Routinier scheint entschlossen, sich neu zu beweisen. Joel Bieri, der Teamchef, macht deutlich, dass es keine Sonderrechte gibt: „Klare Leistungsrichtlinien gelten für alle.“ Ab Mai beginnt die Vorbereitung, und Ammann hat dann sechs Monate Zeit, um sich für das A-Kader zu empfehlen. Eine Mammutaufgabe, aber für einen Kämpfer wie ihn vielleicht genau das Richtige.
Die Frage ist nicht, ob Ammann es schafft, sondern wie er es anstellt. Wird er seine einst so beeindruckende Sprungkraft und Technik wiederfinden? Wird er den jungen Wilden Paroli bieten können? Die Antwort wird die kommende Saison liefern – eine Saison, die für Simon Ammann mehr als nur eine weitere ist, sondern ein letzter, verzweifelter Versuch, seinen Platz im Pantheon des Skispringens zu verteidigen.
