Amelie berger verlässt flames – titel als letzter biss?

Die HSG Bensheim/Auerbach verliert ihre Amelie Berger. Die Kapitänin zieht ins Ausland – und hinterlässt ein Loch, das größer ist als jede Kreuzband-Operation.

Der abschied kommt früher als gedacht

Kein Transfergerücht, keine heimlichen Vertragsgespräche. Der Klub bestätigte am Mittwoch, was intern schon seit Wochen durch die Kabine ging: Nach der Saison ist Schluss. Vier Jahre nach ihrem Wechsel von Borussia Dortmund packt Berger ihre Sachen. „Ich blicke auf vier tolle Jahre zurück“, sagt die 26-Jährige, „aber jetzt hole ich mir einen Traum, der größer ist als die Bundesliga.“

Die Zahlen sprechen trotzdem für sich: 56 Tore in 17 Spielen, nur neun Monate nach ihrem zweiten Kreuzbandriss. Wer sich so zurückkämpft, der kann auch im Ausland treffen.

Für fickinger wird es eng

Für fickinger wird es eng

Trainerin Ilka Fickinger redet nicht lange um den heißen Brei herum: „Bergi ist unsere Führungsspielerin. Wer so offen für Verantwortung ist, hinterlässt eine Lücke – sportlich wie menschlich.“ Die Aufgabe bis Mai: diese Lücke so lange wie möglich zu verdecken. Titel würden helfen. „Es gäbe für mich keinen schöneren Abschied“, sagt Berger, „als mit den Flames einen Titel nach Bensheim zu holen.“

Die Meisterschaft? Realistisch. Pokal? Möglich. Die Bergstraße ist bereit, ihre Kapitänin mit Feuerwerk zu verabschieden – wenn die Flames vorher brennen.

Und Berger? Die wird weit weg sein, aber laut eigener Ansage nicht verschwunden. „Eine Flamme geht niemals aus“, sagt sie. In Bensheim glaubt man ihr. Man muss nur auf die Tabelle schauen: Dort steht die HSG aktuell auf Platz drei. Ohne ihre Anführerin. Fast.