Ambühl: ein vermächtnis aus leidenschaft und wegbegleitern
Vor rund einem Jahr nahm Andres Ambühl Abschied von einer Karriere, die das Schweizer Eishockey über Jahrzehnte prägte. Doch wer blickt zurück, erkennt, dass sein Erfolg nicht nur auf seinem eigenen Können beruhte, sondern auf einem Netzwerk aus Wegbegleitern, Mentoren und Teamkollegen, die ihn auf seinem Weg begleiteten. Ein Blick zurück auf die prägenden Figuren in Ambühls Karriere.

Die frühen jahre: del curto und die erste garde
Arno Del Curto, der Trainer, der Andres Ambühl 2000/01 erstmals in die erste Mannschaft des HC Davos einbaute, erinnert sich an das Debüt des jungen Stürmers. „Er war sofort eine Bereicherung für das Team“, sagt Del Curto. Zu dieser frühen Garde gehörten auch Namen, die später im Schweizer Eishockey eine grosse Rolle spielen sollten: Lars Weibel, der heutige Nati-Direktor, und Patrick Fischer, der Nationaltrainer, trugen damals das „C“ auf ihren Brust. Es waren die Anfänge einer Ära, die später zu zahlreichen Erfolgen führen sollte.
Die Wieser-Brüder: Eine Konstante über Jahre
Besonders hervorzuheben sind die Wieser-Brüder, Dino und Marc, die Ambühl über viele Jahre hinweg begleiteten. Bereits in seinen Juniorenjahren kannte „Büehli“ Beat Forster, mit dem er 15 Profisaisons gemeinsam auf dem Eis stand – eine bemerkenswerte Konstanz in einer Sportart, die sich ständig wandelt. Doch nicht nur auf Vereinsebene, sondern auch im Schweizer Nationalteam fanden sich zahlreiche Wegbegleiter.
Die WM 2013 markierte einen wichtigen Meilenstein: Ambühl gewann seine erste WM-Silbermedaille, Fischer war damals noch als Assistenztrainer tätig. 2024 sollten sich die Wege von Weibel, Fischer und Ambühl erneut kreuzen, erneut mit Silber als Ergebnis. Ein unrühmliches Muster, das sich 2025 wiederholte, ohne dass der Traum vom Weltmeistertitel in Erfüllung ging.
Marco Bayer, der heutige Trainer der ZSC Lions, beendete mit seiner Mannschaft symbolisch Ambühls Karriere in der National League. Marc Gianola und Raeto Raffainer, weitere ehemalige Teamkollegen, haben ebenfalls ihren Weg im Eishockey fortgesetzt, wenn auch in anderen Rollen.
Die Nummer 10: Einzigartige Ehrung
Anders als viele seiner Davoser Kollegen wurde Ambühl mit einer besonderen Ehre bedacht: Seine Rückennummer 10 wird in der National League nicht mehr vergeben. Ein Zeichen des tiefen Respekts für einen Spieler, der das Schweizer Eishockey nachhaltig geprägt hat. Es ist eine Anerkennung für eine Karriere, die von Leidenschaft, Talent und unermüdlichem Einsatz geprägt war.
Die letzten Spiele im Landwassertal, die emotionale Verabschiedung vor heimischem Publikum – diese Momente werden für immer in Erinnerung bleiben. Denn Andres Ambühl hat nicht nur eine Ära im Schweizer Eishockey beendet, sondern auch ein Vermächtnis hinterlassen, das weit über seine persönlichen Erfolge hinausgeht. Sein Einfluss auf junge Spieler und die gesamte Eishockey-Gemeinschaft ist unbestreitbar.
