Alonso bleibt in europa – suzuka-ausfall wegen babypause

Fernando Alonso kommt nicht zur Zeit, er kommt zur Tochter. Der Asturier verzögert seine Ankunft in Japan, weil seine Partnerin Melissa Jiménez ihr erstes Kind erwartet. Die Geburt rückt näher, Alonso bleibt so lange wie möglich an ihrer Seite – und verpasst deshalb das Media-Duty und die erste Trainingseinheit auf dem Honda-Heimkurs in Suzuka.

Der 42-Jährige landet erst am Freitagvormittag, kurz vor dem zweiten Freien Training. Bis dahin rutscht Reservist Jak Crawford ins AMR26. Der 20-jährige US-Brite absolviert damit eine der vier Pflicht-Rookie-Sessions, die die FIA 2025 vorschreibt. Danach übernimmt Alonso wieder das Steuer – physisch wie emotional angeschlagen.

Das problem sitzt nicht nur im kinderzimmer

Das problem sitzt nicht nur im kinderzimmer

Denn während Alonso auf ein Neugeborenes wartet, plagt ihn und Teamkollege Lance Stroll ein anderes Baby: der Honda-Motor. Die Vibrationen im Antriebsstrang sind so heftig, dass Stroll das Auto nach dem China-GP als „größte Scheiße“ bezeichnete, die er je gefahren sei. Alonso berichtete, er habe während des Rennens in Shanghai zeitweise weder Hände noch Füße gespürt.

Die Zahlen sind gnadenlos: In den ersten vier Rennen fielen beide Aston-Martin-Piloten dreimal mit technischen Defekten aus. Die Zuverlässigkeitswertung führt das Team damit von hinten. Honda-Ingenieur Shintaro Orihara räumt ein: „Wir sind nicht auf dem Level, das wir uns vorgenommen haben.“ Die Wurzel der Vibrationen sei weiter unklar, trotz Nachtschichten in Sakura.

Suzuka ist für Honda der emotionale Heimspielort. Genau dort wollten die Japaner 2025 ihre Revanche feiern, nachdem man vor einem Jahr noch als Red-Bull-Zulieferer dominierte. Stattdessen droht ein Debakel. Die Tribünen sind ausverkauft, die Tickets tragen groß das Honda-Logo – und das Werksteam bangt, dass das eigene Triebwerk über die kerbigen Kurven von 130R erneut in Trance versetzt.

Alonso wird am Freitag um 11:30 Uhr Ortszeit auf der Strecke erscheinen, nachdem er nur wenige Stunden zuvor noch in Europa war. Die Frage ist nicht, ob er schlafen kann im Flieger, sondern ob das Auto ihn schlafen lässt auf Asphalt. Honda liefert Updates, doch die sind kleinteilig: eine modifizierte Motorlagerung, ein neues Dämpferlayout, nicht mehr. Die große Lösung bleibt aus.

Für Alonso wird Suzuka zur doppelten Herausforderung: Er muss innerhalb von Minuten vom Kreißsaal-Modus in den Grenzbereich von 6 g wechseln – und das mit einem Auto, das ihn buchstäblich zittert. Wenn das Kind schreit, wird er es nicht hören. Wenn das Triebwerk schreit, wird ganz Japan es hören.