Almeyda raus: sevilla feuert trainer am tag der rückkehr – droht lizenz-chaos?

Der Sevilla FC hat Matias Almeyda entlassen – ausgerechnet an dem Tag, an dem seine Sperre endete. Der Argentinier durfte nach fünf Spielen Pause wieder auf die Bank, doch statt einer neuen Chance bekam er die Kündigung. Grund: das 0:2 gegen Valencia, das die Andalusier auf Platz 15 abrutschen ließ – nur drei Punkte vor dem Abstiegsrelegationsplatz.

Die ironie hinter dem timing

Die RFEF hatte Almeyda nach seiner Roten Karte gegen Alavés vom 14. Februar ursprünglich mit sieben Spielen Sperre bestraft. Der Verband reduzierte die Strafe später auf fünf – genau die Anzahl, die der Coach nun absaß. Am 23. März war er wieder berechtigt, die Mannschaft zu führen. Stattdessen bekam er die Abrechnung.

Sevillas sportliche Lage ist desaströs: nur 28 Punkte aus 28 Spielen, die schlechteste Bilanz seit 20 Jahren. Die Klubführung reagiert mit dem dritten Trainerwechsel innerhalb einer Saison. Nach Julen Lopetegui und Jorge Sampaoli folgte Almeyda, nun soll Luiz Garcia Plaza die Rettung werden.

Gehaltstrick bis 30. juni – oder lizenz weg

Gehaltstrick bis 30. juni – oder lizenz weg

Doch der Fall Almeyda ist noch nicht erledigt. Laut Artikel 177 der RFEF-Regularien müssen Klubs ausstehende Trainergehälter bis zum 30. Juni begleichen – sonst droht Lizenzentzug. Für Sevilla heißt das: Zahlen sie Almeydas Restsalär nicht, darf Garcia Plaza nicht offiziell registriert werden. Und neue Spielerzugänge für die nächste Saison wären ebenfalls blockiert.

Die Summe: rund 1,2 Millionen Euro brutto für die restlichen drei Monate. Ein Klub, der im Januar bereits Spieler wie Sergio Ramos nur mit Mühe unterbrachte, steht erneut vor einem Zahlungsdilemma. Die Uhr tickt – 97 Tage bis zur Deadline.

Almeydas erbe: 180 tage, 2 siege, ein debakel

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In nur einem halben Jahr holte der ehemalige Mittelfeldstar zwei Pflichtsiege, kassierte 16 Gegentore in den letzten sieben Heimspielen. Die Fans pfiffen beim letzten Auftritt – seine Rückkehr auf die Tribüne war ein Schaulaufen der Ironie. Ein Trainer, der für Leidenschaft steht, endet mit einem administrativen Fiasko.

Sevilla steht vor dem nächsten Sommer der Unruhe. Wer kommt, wer geht – und wer zahlt die Rechnung? Die Antwort liegt in den Bürokratie-Kammern der RFEF. Und in den Kontoauszügen eines Klubs, der zwischen sportlicher Krise und finanzieller Klemme taumelt.