Neuer Job für Ex-Skispringer Markus Eisenbichler: Experte bei Eurosport

Neuer job für ex-skispringer markus eisenbichler

Markus Eisenbichler (34), einer der erfolgreichsten deutschen Skispringer der vergangenen zehn Jahre, hat einen neuen Job: Er wird bei Eurosport als Experte tätig. Der Bayer, der sechs WM-Titel gewann, beendete seine Karriere im März. Sein Debüt gibt er ab Freitag beim Weltcup-Auftakt in Lillehammer (Norwegen).

Bauchgefühl hat ihn recht gegeben

Bauchgefühl hat ihn recht gegeben

Im März kündigte Eisenbichler seinen Rücktritt an und sagte: „Mein Bauchgefühl sagt mir: Es ist der richtige Zeitpunkt. Es fühlt sich gut an.“ Nun bestätigt er: „Es war die richtige Entscheidung. Ich bin sehr happy und glücklich mit meinem Leben. Natürlich hatte ich eine schöne Zeit und bin froh, dass ich dem Skispringen nun als Experte für Eurosport in anderer Funktion erhalten bleibe. Denn für das Skispringen hat mein Herz gebrannt und brennt auch immer noch.“

Was reizt ihn an der experten-rolle?

Was reizt ihn an der experten-rolle?

Eisenbichler möchte seine Expertise einbringen und seine Emotionen freien Lauf lassen. Er ist nach wie vor nah am Geschehen dran, kennt die Athleten sehr gut und möchte den Sport gut nach außen transportieren. „Ich will die Athletenperspektive vermitteln“, sagt er. „Was fühlt ein Sportler, wenn er oben am Balken sitzt? Was fühlt er, wenn es nicht so läuft? Das ist oft nicht nachvollziehbar für Außenstehende.“

Erfahrung als aktiver

Erfahrung als aktiver

Als Aktiver hat Eisenbichler auch Kritik erfahren. „Natürlich war ich mit gewissen Aussagen über mich nicht einverstanden“, sagt er. „Aber ich konnte damit umgehen – mir persönlich hat es nicht so viel ausgemacht. Für viele Athleten kann das jedoch eine Belastung sein.“

Kritik sollte sachlich sein

Kritik sollte sachlich sein

Eisenbichler betont: „Kritik sollte immer sachlich sein, nie persönlich.“ Er möchte die sportliche Leistung in den Vordergrund stellen und den Zuschauern den Sport näherbringen. „Ein Sportler bringt mit Absicht keine schlechte Performance und will danach plump mit der Frage ‚Warum ist es denn heute nicht gelaufen?‘ konfrontiert werden“, sagt er.

Menschliche komponente

Eisenbichler findet, dass die menschliche Komponente oft zu kurz kommt. „Speziell bei der Vierschanzentournee ist der Fokus auf die deutschen Athleten natürlich riesig. Da wird ein enormer Druck aufgebaut, und das spürt man als Athlet natürlich deutlich.“

Helmkameras beim skispringen

Eisenbichler könnte sich Helmkameras vorstellen. „Ich denke schon, dass Helmkameras gut eingesetzt werden könnten“, sagt er. „Aber man müsste natürlich die Sportler rechtzeitig vorwarnen und damit trainieren lassen. Skispringen ist eine sehr sensible, feinfühlige Sportart und zusätzliches Gewicht, speziell am Kopf, spürt der Athlet sofort – das beeinflusst den Sprung.“

Erinnerungen an lillehammer

Eisenbichler erinnert sich an seine erste Skisprung-Übertragung, die er im Fernsehen gesehen hat. „Das war rund um die Olympischen Spiele in Lillehammer 1994“, sagt er. „Mein persönlicher Hero war Kazuyoshi Funaki. Sein Sprungstil war fantastisch. Den Telemark habe ich leider nicht so hinbekommen wie er. Auch Martin Schmitt hat mir mit seiner ruhigen Art und seinem ruhigen Sprungstil stets imponiert.“

Letzter sprung in planica

Planica war Eisenbichlers letzter Sprung von einer Skisprungschanze. „Ja, ich kann mir das schon vorstellen und werde vielleicht im kommenden Jahr auf meiner Jugendschanze in Berchtesgaden, die gerade neu gebaut wird, nochmal springen“, sagt er. „Aber natürlich würde ich davor trainieren, denn ich möchte ja eine gute Performance abliefern. Den Anspruch habe ich schon. Das wird aber dann definitiv das letzte Mal sein, denn Planica war einfach ein runder, zufriedener Abschluss.“

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