Liverpool am tiefpunkt: champions-league-traum zerplatzt?
Paris. Die Luft in Liverpool ist zum Schneiden dick. Nach der deutlichen 0:2-Niederlage gegen Paris Saint-Germain im Viertelfinal-Hinspiel der Champions League steht der FC Liverpool vor einem nahezu unlösbaren Problem. Die Leistung der Mannschaft war erschreckend, die Experten sind vernichtend und selbst die größten Fans zweifeln. Der Traum von der Königsklasse scheint in weite Ferne gerückt.
Die zahlen lügen nicht: liverpool ohne schuss
Die Statistiken der Partie sind alarmierend. Liverpool, einst gefürchtet für seinen offensiven Fußball, konnte im Stade Parc des Princes keinen einzigen Torschuss verbuchen. Nur 26 Prozent Ballbesitz sprechen Bände. Paul Robinson, ehemaliger Torhüter, brachte seine Ungläubigkeit bei BBC zum Ausdruck: „Liverpool war schlecht, wirklich schlecht.“ Die Reds wirkten verloren, ohne Struktur und ohne Durchschlagskraft. Jamie Carragher, Liverpool-Legende, war noch deutlicher: „Was wir gesehen haben, erinnerte an eine Mannschaft aus einer unteren Liga. Der Klassenunterschied war eklatant.“

Wirtz und isak: teure fehlinvestitionen?
Besonders im Fokus der Kritik standen die teuren Neuzugänge Florian Wirtz und Alexander Isak. Carragher ließ keine Zweifel daran, dass die beiden Spieler bisher nicht das erwartete Niveau abrufen. „Wirtz muss furchtbar viel mehr tun“, forderte der ehemalige Verteidiger. „Ekitike war heute schwach, aber auch Wirtz und Isak müssen liefern. Als Topspieler bei Liverpool musst du mit Ball arrogant sein und teamdienlich ohne. Das fehlt ihnen bisher.“ Die 125 Millionen Pfund, die für Wirtz investiert wurden, scheinen im Moment nicht gerechtfertigt zu sein. Er „spielt ganz ordentlich“, so Carragher, aber das reicht bei Liverpool bei Weitem nicht aus.

Trainer slot: „wir hatten glück“
Auch Trainer Arne Slot räumte nach dem Spiel ein, dass seine Mannschaft Glück hatte, nur mit 0:2 unter die Räder zu geraten. „Für Liverpool hätte es noch schlimmer kommen können“, gestand er bei TNT Sports. PSG hätte die Partie deutlich höher besiegeln können, vergeben zahlreiche Chancen. Ein strittiger Elfmeterpfiff, der nach VAR-Eingriff zurückgenommen wurde, tat sein Übriges.
Systemwechsel fehlschlag: liverpool im freien fall
Der Negativtrend setzt sich fort. Liverpool hat erstmals seit April 2012 wieder vier Auswärtsspiele in Serie verloren. Der erhoffte Aufschwung nach dem 0:4 gegen Manchester City im FA Cup blieb aus. Slots Umstellung auf eine Fünferkette erwies sich als Fehlentscheidung. „Sie waren vom Anpfiff an sehr unterwürfig“, kritisierte Robinson. „So ein System signalisiert Kapitulation.“ Die Selbstzweifel scheinen bei den Reds allgegenwärtig zu sein. Stephen Warnock erinnerte an das sensationelle Comeback von 2019 gegen Barcelona: „Damals hat Liverpool bewiesen, was möglich ist. Aber im Moment scheint man meilenweit davon entfernt zu sein, so etwas noch einmal zu schaffen.“
Die Aufgabe im Rückspiel scheint somit fast aussichtslos. Liverpool muss nicht nur ein Wunder vollziehen, sondern auch seine mentale Blockade überwinden, um den Champions-League-Traum nicht endgültig begraben zu sehen. Die Frage ist: Kann Slot die Mannschaft schnell wieder auf Kurs bringen, oder droht Liverpool ein weiterer Tiefpunkt?
