Inter: chivu experimentiert – wird daraus ein neues erfolgsmodell?
Rom – Cristian Chivu, der Trainer von Inter Mailand, scheint eine neue Strategie zu verfolgen: Er betrachtet die aktuelle Saison als eine Art Labor, in dem er mit verschiedenen Spielerpositionen und Aufstellungen experimentiert. Das Ziel? Eine Inter zu formen, die flexibler und unberechenbarer ist als je zuvor.

Die rollen sind fließend: eine taktische revolution
Nach dem gewonnenen Meisterschaftsspiel gegen Lazio, in dem zahlreiche Spieler aus der zweiten Reihe zum Einsatz kamen, wird deutlich, dass Chivu bereit ist, Konventionen zu brechen. Er scheint sich kaum darum zu kümmern, welche Positionen die Spieler traditionell einnehmen. Stattdessen testet er mutig neue Kombinationen und überraschende Umsetzungen.
Ein Beispiel: Diouf schlüpfte gegen Lazio in die Rolle von Dumfries, während Sucic die Position von Calhanoglu übernahm – und beide meisterten diese Aufgabe mit Bravour. Doch das ist nur die Spitze des Eisbergs. Chivu hat bereits in der laufenden Saison Akanji, Carlos Augusto, Zielinski und Frattesi in verschiedenen Positionen ausprobiert, oft mit positiven Ergebnissen.
Natürlich spielen auch Verletzungen eine Rolle bei diesen Experimenten, wie beispielsweise die Notwendigkeit, den kroatischen Nationalspieler Calhanoglu im Zentrum zu ersetzen. Doch Chivu nutzt diese Situationen, um seine Ideen weiterzuentwickeln und eine neue, sich ständig weiterentwickelnde Inter zu formen. Die Flexibilität des Kaders wird so auf eine neue Ebene gehoben.
Andy Diouf, der erst spät im Transferfenster als Ersatz für Manu Koné kam, ist ein Paradebeispiel für Chivus Ansatz. Er begann als defensives Mittelfeldspieler, entwickelte sich zum rechten Flügelspieler und sprang bei Bedarf sogar als zweite Spitze ein. Diouf selbst betont, dass ihm die Freude am Spiel wichtiger ist als die genaue Positionierung: „Das Wichtigste ist, dass ich spiele, egal wo der Trainer mich aufstellt.“
Auch Akanji hat bereits mehrere Rollen bekleidet, von der Position auf dem rechten Verteidiger über die Innenverteidigung bis hin zum defensiven Mittelfeld. Diese Vielseitigkeit ist ein entscheidender Vorteil für Chivu, der so auf jede Spielsituation reagieren kann.
Die Experimente von Chivu haben die Saison der Nerazzurri bereits maßgeblich beeinflusst und könnten auch die Zukunft des Teams prägen. Ob diese taktische Revolution letztendlich zum Erfolg führt, bleibt abzuwarten. Doch eines ist klar: Inter Mailand unter Cristian Chivu ist mehr als nur ein Fußballverein – es ist ein lebendiges Labor für innovative Fußballstrategien.
Die Erinnerungen an Kindheitstage auf dem Bolzplatz, wo die Rollen oft zufällig verteilt wurden, scheinen Chivu zu inspirieren. Er glaubt, dass fast jeder Spieler in der Lage ist, fast jede Position zu spielen. Diese Philosophie könnte Inter zu einem unberechenbaren Gegner machen, der seine Gegner immer wieder vor neue Herausforderungen stellt.
