Bayern amateure: siegfreude und pyro-sorgen überschatten ostern
München – Der FC Bayern II feierte Ostermontag einen knappen, aber wichtigen Sieg gegen die DJK Vilzing. Doch die Freude über die drei Punkte wurde getrübt durch wiederholte Pyro-Einsätze im Anhängerblock, die erneut Fragen nach dem Umgang mit verantwortungslosen Fans aufwerfen.
Defensive-wunder und junge talente
Nach einer turbulenten Hinrunde, in der die Abwehrreihe der Bayern-Amateure oft Löcher präsentierte, hat sich das Team von Trainer Holger Seitz zu einer echten Defensive-Macht entwickelt. Während in den ersten 18 Saisonspielen 33 Gegentreffern zu Buche schlugen, folgten in den letzten neun Partien lediglich sechs. Die Bilanz von 14 Punkten aus acht Spielen nach der Winterpause unterstreicht den Aufwärtstrend. Der Sieg gegen Vilzing, erzielt durch Maycon Cardozos sehenswerte Flanke in der 17. Minute, beendete eine kleine Durststrecke.
Trainer Seitz lobte die Entwicklung seines Teams, merkte aber auch an: „Die fehlende Konsequenz vor dem gegnerischen Tor ist der einzige Kritikpunkt.“ Chancen wurden teuer vergeben, sodass Vilzing bis kurz vor Schluss gefährlich blieb. Positiv hervorzuheben ist das Aufblühen junger Talente, allen voran der 17-jährige brasilianische Stürmer Maycon Cardoso, der bereits zweimal in der Profimannschaft zum Einsatz kam. Sein Debüt feierte am Montag zudem Yll Gashi, ein 18-jähriger deutsch-kosovarischer Angreifer vom Bayern-Campus, der ebenfalls großes Potenzial zeigt.
Die Kaderplanung für die nächste Saison ist bereits in vollem Gange. „Da stehen die Nächsten schon in der Warteschlange“, freut sich Seitz über die reiche Nachwuchsarbeit am Bayern-Campus und deutet an, dass mehrere Spieler aus der zweiten Mannschaft in Zukunft eine größere Rolle im Profibereich spielen könnten.

Pyro-einsätze und drohende punktabzüge
Doch der Ostermontag war nicht nur von sportlichen Erfolgen geprägt. Wie bereits in der vergangenen Saison sorgten Pyrotechnik-Einsätze im Anhängerblock für Unmut und mögliche Strafen. Nach einem Vorfall am 5. Dezember 2023 wurde der Mannschaft bereits ein Punkt abgezogen. Am Gründonnerstag folgte erneut ein Zündeln, sodass nun ein weiterer Punktabzug droht. Obwohl sich offizielle Stellen nicht äußern wollen, kursieren hinter vorgehaltener Hand Gerüchte über eine gewisse Solidarität mit den Fans.
Der Verein betonte, dass es sich bereits um den zehnten Verstoß der Münchner Anhänger in der laufenden Saison handelte. Trainer Seitz zeigte zwar Verständnis für die Leidenschaft der Fans, betonte aber die negativen Auswirkungen auf das Team: „Es ist extrem ärgerlich für die Jungs, wenn sie mit so viel Herzblut zur Sache gehen und ihnen dann Punkte abgezogen werden.“
Die Fans protestieren damit gegen die ihrer Ansicht nach unverhältnismäßige Bestrafung und gegen das sogenannte „BFV-Privileg“, das ihrer Meinung nach abgeschafft werden sollte. Eine Lösung in dieser Angelegenheit ist vorerst nicht in Sicht, während der Weg zu einer viergleisigen Regionalliga sich langsam abzeichnet.
Am Freitagabend steht das nächste wichtige Spiel an: Die Bayern-Amateure gastieren bei Würzburg. „Die Atmosphäre in Würzburg wird sicherlich eine besondere sein“, so Seitz, der seine Mannschaft als Außenseiter ins Spiel schickt. „Wir fahren dorthin, um zu gewinnen – und dem Anhang einen Grund zu geben, uns zu unterstützen, anstatt uns Punkte zu kosten.“
