Aleix febas liegt wieder am boden – und das ist kein zufall

91 Fouls in 34 Spieltage. Aleix Febas wird öfter zu Fall gebracht als jeder andere Profi in Spanien – und das schon seit Jahren. Die Frage ist nicht, warum er so oft trifft, sondern warum ihn alle treffen.

Febas ist das lieblingsziel der liga

Der 30-jährige Mittelfeldspieler von Elche CF kassiert im Schnitt 2,7 Fouls pro Partie. Der nächste in der Liste, Vinícius von Real Madrid, bleibt bei 1,9. Zwischen beiden klafft eine Lücke von 28 Regelverstößen – so groß wie zwischen Platz zwei und Platz 14. Die Zahlen stammen von der offiziellen Liga-Statistik, aber sie erzählen erst die Hälfte der Geschichte.

Die andere Hälfte ist ein Déjà-vu. In der Vorsaison stand Febas mit 120 Fouls ebenfalls an der Spitze, damals in der Segunda División. 2022/23, noch im Trikot von Málaga, waren es 127. Nie war der Abstand zum Verfolger so klein, dass man von Zufall sprechen könnte. Es ist ein Muster, kein Ausreißer.

Warum ausgerechnet er?

Warum ausgerechnet er?

Febas ist kein Dribbelkünstler im Stil von Neymar, kein Tempodribbler wie Vinícius. Er ist 1,70 m groß, linkes Mittelfeld, Ballverteiler. Seine Stärke: Schnelles Kombinationsspiel, enges Ballmitnehmen, kurze Kontakte. Er öffnet Räume, die sofort wieder zufallen, wenn er liegt. Genau das nutzen Gegner gnadenlos aus. Ein Foul an Febas ist kein Notbremsen, es ist taktisch sinnvoll. Unterbrechen, umsortieren, früh attackieren – das Spiel von Elche bricht für Sekunden zusammen.

Die Schiedsrichter? Sie pfeifen, aber sie schützen nicht. Nur vier Gelbe Karten ergaben sich aus den 91 Fouls, kein Platzverweis. Die Botschaft ist klar: Wer Febas tritt, riskiert kaum was.

Vertrag läuft aus – ein poker beginnt

Vertrag läuft aus – ein poker beginnt

Seit dem 1. Januar ist Febas frei verhandelbar. Elche bot eine Verlängerung an, aber die Gespräche stockten. Der Spieler spürt seine Marktwerte – nicht nur wegen seiner Pässe, sondern auch wegen der Fouls. Espanyol Barcelona gilt als ernsthafter Interessent. Dort sieht man ihn als Rechtsverteidiger-Alternative, der mit Ball ebenso gut umschalten kann wie ohne Ball den Gegner ziehen lässt. Ironie des Fußballs: Je öfter er fällt, desto wertvoller wird er.

Für Elche bleibt ein Dilemma. Verlieren sie ihren besten Ballverteiler ablösefrei, verlieren sie auch den Spieler, der die meisten Standards herausholt – und damit eine der wenigen konstanten Waffen im Abstiegskampf.

Am Sonntag empfängt Elche Cartagena. Febas wird wieder laufen, wieder kurzen Kontakt suchen – und wieder am Boden liegen. Die Liga weiß es, die Gegner wissen es, er auch. Und trotzdem passiert es jedes Mal. Weil es funktioniert.