Albacete verlängert mit gonzález: der andalusier, der real madrid aus dem pokal warf

Zwei Jahre nach seiner Landung in La Mancha steht Alberto González vor der nächsten Runde: Albacete Balompié und der Coach aus Tolox verhandeln über eine vorzeitige Verlängerung. Der 45-Jährige blickt auf 104 Pflichtspiele zurück, in denen er den Klub vom Abstiegskandidaten zum Pokal-Angstgegner umformte.

Die erste saison: fünf siege, ein rettungsanker

Als González im Mai 2022 die Nachfolge von Rubén de la Barrera antrat, lag Albacete auf dem letzten Platz. Die Mannschaft hatte 13 Partien ohne Sieg hinter sich, die Stimmung glich einer Beerdigung. Dann kam der Sprint: fünf Siege in Folge – Rekord in der Segunda División – und der Klassenerhalt war gesichert. Die Cuchara, wie die Fans die Mannschaft nennen, sang sich durch die Nächte von Castilla-La Mancha.

Die zweite Spielzeit begann mit demselben Kalenderdatum, dem 1. Juni 2023, als Verlängerung. Albacete startete mit zwei Punkten weniger als heute, doch wieder reichte es zum Ziel: Platz zwölf, 54 Zähler, keine Relegationsangst. González’ System – ein 4-2-3-1 mit vertikalem Passspiel und frühem Gegenpressing – etablierte sich. Die Tordifferenz von plus acht war die beste seit fünf Jahren.

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Diese Saison schrieb der Pokal das Märchen. In der dritten Runde schoss Manu Fuster Real Madrid in der 115. Minute aus dem Turnier. Bernabéu-Kolosseum, 3:2 – ein Ergebnis, das in Whatsapp-Gruppen bis nach Andalusien durchrauschte. Im Achtelfinale folgte der Celta-Erfolg, ehe Barça im Viertelfinale die Grenze zeigte. Doch selbst das 0:3 im Camp Nou endete mit Standing Ovations für die Gäste, weil Albacete 70 Minuten offen mithielt.

Statistisch führt González die effizientste Zweitliga-Truppe der Vereinsgeschichte: 1,58 Punkte pro Spiel, 47 Prozent Ballbesitz und eine Passquote von 82 Prozent. Der Coach verlangt 28 Sprints pro Halbzeit – Daten, die Sportdirektor Víctor Pérez intern als „non-negotiable“ deklariert.

Verhandlungen laufen. González bestätigte am Montagmorgen „gute Chemie auf beiden Seiten“. Die Klausel: Ein Jahr Verlängerung plus Option auf weitere zwölf Monate, bei gleichem Gehalt plus Bonus für Aufstieg. Die Entscheidung fällt vor dem letzten Saisonspiel am 2. Juni. Bis dahin will González den aktuellen Sechsten Platz sichern – und vielleicht sogar den Play-off-Rang.

Die Fans haben bereits ein neues Lied gelernt: „Míster, quédate, que aquí hay futuro y copa para rato.“ Wenn sich Wunsch und Wirklichkeit verbinden, bleibt der Andalusier, der einst als Jugendlicher vor Real Madrid auf dem Betis-Trainingsplatz träumte, ein weiteres Jahr der Architekt eines Albacete, das plötzlich wieder nach vorne schaut.