Alba berlin: traum vom zweiten platz gefährdet – patzer gegen bonn!

Berlin bangt! Alba Berlin hat am Montag gegen die Telekom Baskets Bonn zwar einen wichtigen Sieg (91:95) gefeiert und damit den zweiten Platz in der BBL-Tabelle verteidigt, doch die Leistung wirft Fragen auf. Vier Spieltage vor Saisonende ist das Viertelfinale bereits rechnerisch sicher, aber die Art und Weise, wie die Führung fast aus der Hand gegeben wurde, lässt Sportdirektor Himar Ojeda trotz Freude stutzig werden.

Ein traum wird wahr – und doch…

Ein traum wird wahr – und doch…

„Davon habe ich geträumt“, gestand Ojeda nach dem Spiel. „Aber realistisch hätte ich im September nie gedacht, dass wir Ende April auf Platz zwei stehen könnten.“ Ein Lob, das jedoch von einem bitteren Nachgeschmack getrübt wird. Denn obwohl der Sieg festzustehen schien, leistete sich Alba zwei erschreckende Schwächephasen, die einen deutlichen Kantersieg in Gefahr brachten.

Ende des zweiten Viertels war die Führung noch komfortabel mit 28 Punkten. Doch dann folgte ein 0:10-Lauf der Gäste, der die Berliner Zuschauer verstörte. Malte Delow brachte die Stimmung auf den Punkt: „Wenn wir nicht mit hoher Intensität spielen, sehen wir als Team sehr schlecht aus. Aber wenn wir Vollgas spielen, ist es sehr schwer, gegen uns zu spielen.“

Ähnlich dramatisch gestaltete sich das letzte Viertel. Nach 34 Minuten führte Alba erneut mit 28 Punkten, doch in den folgenden vier Minuten schafften es die Berliner nur, vier weitere Punkte zu erzielen, während Bonn satte 20 Punkte nachlegte. Plötzlich stand es nur noch 85:75. Trainer Pedro Calles versuchte, die Vorgänge zu erklären: „Es ist nie einfach, wenn man so hoch führt. Wir wollten auch ein paar Dinge ausprobieren, Mike Rataj integrieren und die Balance finden. Bonn hat das dann clever ausgenutzt.“

Der Blick gilt bereits Ulm: Während die Erleichterung über den Sieg gegen Bonn noch nachwirkt, wartet bereits am Mittwoch (18:30 Uhr, live auf Dyn) die nächste schwere Aufgabe: das Auswärtsspiel gegen Vizemeister Ulm. Die Mannschaft aus Schwaben liegt auf dem sechsten Platz und benötigt den Sieg unbedingt, um nicht auf einen Play-in-Platz abrutschen zu müssen. Ojeda betonte die Wichtigkeit des direkten Vergleichs: „Gegen Ulm gibt es nichts zu rechnen. Wir haben das Hinspiel mit einem Punkt verloren. Also müssen wir nur gewinnen, um den direkten Vergleich für uns zu haben. Denn wir wollen Platz zwei unbedingt halten.“

Um die Belastung der Stammkräfte zu reduzieren, rotierte Calles gegen Bonn großzügig. Nur Jonas Mattisseck spielte eine längere Spielzeit (24 Minuten), während die meisten Leistungsträger wie Hermannsson, Kayil, Bean oder Agbakoko deutlich unter der 20-Minuten-Marke blieben. Eine kluge Maßnahme im Hinblick auf die anstehende Partie in Ulm. Doch eines ist klar: Alba muss sich am Mittwoch deutlich gesteigert haben, wenn der Traum vom zweiten Platz nicht endgültig platzt. Die Leichtigkeit des Sieges gegen Bonn hat gezeigt, dass die Berliner sich auf keine Gegner verlassen können und dass Konstanz der Schlüssel zum Erfolg ist.