Alba berlin: calles beendet playoff-fluch – bamberg nächste hürde!
Ein Seufzer der Erleichterung ging durch die Kabine des Alba Berlin: Nach fünf intensiven Viertelfinalspielen gegen Rasta Vechta steht der Einzug ins Halbfinale der Basketball-Bundesliga fest. Für Coach Pedro Calles (42) ist es nicht nur ein sportlicher Erfolg, sondern auch ein persönlicher Befreiungsschlag nach einer langen Durststrecke.
Das gebet, das erhört wurde
Calles, bekennender Katholik, hat vor jedem Spiel in der Kabine betet, während die Mannschaft sich bereits aufwärmt. Dieses Ritual scheint sich ausgezahlt zu haben: Mit dem Sieg gegen Vechta hat er erstmals seit 2019 wieder eine Playoff-Serie überstanden – damals noch mit Vechta gegen Bamberg. Die lange Serie von 16 verlorenen Playoff-Spielen in Folge war bereits am vergangenen Dienstag mit dem Sieg in Spiel zwei gebrochen worden, doch ein Aus gegen Vechta hätte den Kritikern erneut Munition geliefert.
„Vielleicht spielen wir nicht den besten Basketball“, räumte Calles nach dem Spiel gegen Vechta ein, „aber die Identität und der Zusammenhalt stimmen. Die Energie und das Engagement, das wir auf dem Feld gezeigt haben, haben uns zum Sieg geführt.“ Er weiß um die Diskussionen, die ihn umgeben, lässt sie aber kaum an sich herankommen. Seine Entschlossenheit und sein Perfektionismus wurden ihm in der Vergangenheit oft vorgeworfen, insbesondere in Hamburg und Oldenburg. Dort wurde ihm vorgeworfen, zu anstrengend und zu nervig zu sein.
Doch Calles arbeitet an sich. „Früher war ich zu sehr auf das nächste Spiel fokussiert“, gestand er. „Das liegt aber auch in der Natur der Sache als Trainer.“ Er hat gelernt, die positiven Momente zu genießen und die Energie nach einem Erfolg zu nutzen. „Heute feiern wir, morgen legen wir wieder los.“

Bamberg wartet – und calles lässt sich nicht ablenken
Am Samstag geht es gegen Bamberg, wo Trainer Anton Gavel (41) derzeit alles richtig macht. Calles möchte sich aber nicht auf den Gegner konzentrieren. „Gegen Bamberg brauchen wir mehr als nur Glauben und Vertrauen“, betonte er. „Ich möchte den Erfolg genießen und mich nicht von Bamberg ablenken lassen.“ Alba Berlin hat sich mit diesem Sieg nicht nur für das Halbfinale qualifiziert, sondern auch die Möglichkeit, mit der NBA Europe in den Startlöchern, eine spannende Zukunft in Deutschland zu gestalten – neben Bayern München.
Die Entscheidung, länger in Berlin zu bleiben, liegt nun bei Calles. Sein Vertrag läuft zwar bis zum Sommer 2027, doch Alba Berlin ist für ihn bisher die beste Adresse gewesen. Die Zukunft wird zeigen, ob er seine Visionen in der Hauptstadt verwirklichen kann.
