Alaphilippe wirft das handtuch vor mailand-sanremo: „pogacar folgen ist unmöglich“

Julian Alaphilippe redet sich frei – und schockt damit die Peloton. Bereits vor Mailand-Sanremo erklärt der ehemalige Weltmeister, er werde Tadej Pogacar nicht mehr attackieren. „Ich will kein Rennen ruinieren, indem ich versuche, ihm zu folgen“, sagt der 33-Jährige im Eurosport-Interview. Die Konsequenz: Der Franzose verzichtet auf sein Markenzeichen, den Spurt auf der Cipressa. Stattdessen will er nur noch „das bestmögliche Finale fahren“ – ein Euphemismus für die Selbstaufgabe.

Pogacars solo-mentalität hat die könige klein gemacht

Pogacars solo-mentalität hat die könige klein gemacht

Die Zahlage ist brutaler als jedes Zitat. Seit Pogacar seine Saison mit einem 79-Kilometer-Solo bei Strade Bianche eröffnete, zeigt sich die Konkurrenz sprachlos. Alaphilippe wurde dort 20., in der Algarve 22. und beim Auftaktzeitfahren von Tirreno-Adriatico nur 30. Die Erkenntnis: Frühere Angriffe auf der Cipressa endeten in glorreichen Siegen – heute enden sie in der Bedeutungslosigkeit. „Ich hatte Saisons, in denen ich um den Sieg mitfahren konnte. Das ist vorbei“, sagt Alaphilippe und klingt dabei wie ein Mann, der seinen eigenen Nachruf schreibt.

Die Cipressa, jahrelang Alaphilippes Sprungbrett zum Mythos, wird zur reinen Transportetappe. Statt anzugreifen, will er nur noch „nicht in die rote Zone geraten“. Das ist keine Taktik, das ist Resignation. Und sie ist ansteckend: Auch Tom Pidcock hatte nach Strade Bianche nur noch das trostlose Fazit gezogen, das Rennen „habe keinen Spaß gemacht“, weil Pogacar „zwei Stufen über uns“ fahre.

Die Folge: Mailand-Sanremo droht, zur Ein-Mann-Show zu verkommen. Während Pogacar mit 27 Jahren den Radsport neu definiert, schreiben seine Rivalen Todesanzeigen auf Rädern. Alaphilippes Geständnis markiert das Ende einer Ära, in der noch geglaubt wurde, man könne den Dominator mit Mut und Kreativität schlagen. Die neue Wahrheit: Nur noch Pogacar bestimmt, wer mitspielen darf – und wer sich selbst disqualifiziert.