Agostini: márquez muss kämpfen – aber ich drücke ihm die daumen!

Madrid – Der 15-fache Motorrad-Weltmeister Giacomo Agostini hat sich in Madrid als Juror der Laureus Awards geäußert und dabei seine Unterstützung für Marc Márquez deutlich gemacht. Vor seinem Antritt beim Grand Prix von Spanien in Jerez betonte der italienische Rekordchampion, dass Márquez' Erfolg nicht nur von seiner körperlichen Verfassung, sondern auch von seiner mentalen Stärke abhängt.

Die laureus-entscheidung: eine frage der sympathie

Agostini steht vor der Aufgabe, Márquez als besten männlichen Sportler des Jahres zu bewerten. Seine Entscheidung ist jedoch nicht rein objektiv. „Ich hatte diesen Beruf wie Marc für viele Jahre, daher ist es natürlich, dass ich ihn unterstütze“, erklärte der Italiener. Er sieht in Márquez eine Fortsetzung seiner eigenen glorreichen Zeit und hofft auf einen Sieg des Spaniers.

Die Frage, ob Márquez die körperlichen Voraussetzungen für eine erfolgreiche Saison hat, scheint Agostini weniger zu bewegen. Er glaubt, dass die Weltmeisterschaft erst in Jerez richtig beginnt und erwartet einen kämpfenden Márquez, der um das Podium und den Sieg kämpft. Denn nur wer das Limit sucht und Freude daran hat, verdient es, gefeiert zu werden.

Der kampf um die weltmeisterschaft: bezzecchi als ernstzunehmender herausforderer

Der kampf um die weltmeisterschaft: bezzecchi als ernstzunehmender herausforderer

Obwohl Agostini die Freundschaft zu Márquez betont, ist er als Sportexperte objektiv. Er lobt Bezzecchi und die Aprilia für ihre starke Leistung in den bisherigen Rennen. „Marc ist der amtierende Weltmeister und der Mann, den es zu besiegen gilt. Aber Bezzecchi und Aprilia sind stark“, so Agostini. Er erwartet eine spannende Saison, in der mehrere Fahrer um den Titel kämpfen werden.

Besonders beeindruckt hat Agostini die Entwicklung der Aprilia. Das Team habe nicht nur mehr Leistung als Honda oder Yamaha, sondern auch einen hervorragenden Motorradbau geschaffen. Mit Bezzecchi und Martín stehen zwei starke Fahrer zur Verfügung, die das Potenzial der Maschine voll ausschöpfen können. Auch Ducati arbeitet hart daran, mitzuhalten und das hohe Niveau zu halten, was den Fans ein spannendes Rennen verspricht.

Der vergleich der generationen: hailwood, roberts und márquez

Der vergleich der generationen: hailwood, roberts und márquez

Agostini äußerte sich auch zu den Aussagen von Jim Redman, der Márquez als den besten Fahrer aller Zeiten bezeichnete. Obwohl er Redmans Einschätzung im aktuellen Moment teilt, betonte er die Schwierigkeit, Fahrer verschiedener Epochen miteinander zu vergleichen. „Hailwood war in seiner Zeit der Beste, Agostini in seiner, Rossi in seiner und Márquez in seiner.“ Ein Rennen aller Zeiten wäre ein Traum, so der Altmeister.

Ob Márquez die 15 Titel von Agostini erreichen wird, bleibt abzuwarten. Dieser hängt von der Gesundheit seines Arms ab, aber der Rekord ist schließlich dazu da, gebrochen zu werden. Agostini würde sich freuen, den Triumph mit ihm zu feiern, denn letztendlich zählt der Fahrer und nicht der Name. Es geht darum, außergewöhnliche Leistungen zu vollbringen und die anderen zu übertreffen; in diesem Sinne fiebert er jedem Piloten zu, der sein Bestes gibt: Bezzecchi, Bastianini, Martín oder Bagnaia.

Und was die Zukunft betrifft? Agostini ist der Meinung, dass Márquez solange er sein Potenzial ausschöpfen kann, auf dem Motorrad sitzen sollte. Sobald er jedoch nicht mehr zu 100 Prozent geben kann, ist es an der Zeit, einen Schlussstrich zu ziehen. Denn wie in vielen Sportarten, so ist auch im Motorradsport die Zeit ein unbarmherziger Gegner.