Adrien théaux zieht die notbremse: letzter ritt am 15. märz 2026 in courchevel
Adrien Théaux wird nicht mehr länger durch die roten Tore jagen. Der Franzose kündigte am Sonntag via Instagram an, dass die Weltcup-Abfahrt von Courchevel am 15. März 2026 seine letzte sein wird – 22 Jahre nach seinem Debüt in Kranjska Gora.
Ein abschied mit kloß im hals
„Man kann nicht sein ganzes Leben in dieser wunderbaren Skiwelt verbringen und die Seite umblättern, ohne einen Kloß im Hals zu haben“, schrieb der 41-Jährige unter ein Foto, das ihn als jungen Rookie und als erfahrenen Routiner nebeneinander zeigt. Die Pose ist identisch, nur die Helmkamera ist kleiner geworden. Die Zahl der Stürze, Siege und Nächtel im Hotelzimmer dazwischen: unzählbar.
Mit drei Weltcup-Siegen und zehn Podestplätzen in Abfahrt und Super-G zählt Théaux zu den Konstanten seiner Generation. Doch Konstanten haben ein Verfallsdatum. „Es wird Zeit, dieses Kapitel zu schließen“, schreibt er, ohne in Pathos zu verfallen. Stattdessen klingt es, als würde er gerade erst die Schwünge seines letzten Runs ziehen – präzise, kontrolliert, mit dem Wissen, dass danach Stille folgt.

Die zahlen, die bleiben
Sein erster Weltcup-Punkt lag am 28. Februar 2004 in Kranjska Gora, sein letzter wird am selben Kalendertag zwei Jahrzehnte später fallen. Dazwischen: 222 Weltcup-Einsätze, 13 Podestplätze, drei Siege, keine Kugel, dafür der Ruf, jeden Hang bis zum letzten Felsen auszukosten. Wer ihm zuhörte, wusste: Für Théaux war Skifahren nie Selbstzweck, sondern ein Dialog mit der Schwerkraft.
Der Abschied findet in Courchevel statt, jenem Ort, an dem er 2015 seine dritte und letzte Weltcup-Abfahrt gewann. Die Piste heißt dort „Johan Clarey“, benannt nach dem ältesten Abfahrts-Sieger aller Zeiten. Ironie der Geschichte: Clarey fuhr mit 41 Jahren zu seinem ersten Sieg, Théaux wird mit 41 Jahren aufhören. Manchmal reicht das Timing eben doch für ein Happy End.
Nach dem letzten Zielstrich wird er die Ski nicht an den Nagel hängen, sondern ins Museum seiner Garage stellen. Dort, zwischen alten Helmen und Wachsresten, wird er sie anstarren und wissen: Die Zeit war gut, aber sie ist vorbei. Und das ist okay.
