Adler mannheim starten playoff-jagd mit franzreb gegen ex-klub

Mannheim bereitet sich auf den Krieg im Eis vor. Am Mittwoch um 19 Uhr rollt der erste Puck gegen Bremerhaven, und Maximilian Franzreb steht zwischen den Pfosten – gegen die Pinguins, die ihn einst groß machten.

Die nacht, in der zahlen nichts wert sind

103 Punkte aus 52 Spielen, 122 Gegentore, Platz zwei – Statistiken, die inzwischen Makulatur sind. Die DEL versinkt ab sofort in einer Serie, wo vier Siege reichen, um Träume zu begraben oder zu erfüllen. „Playoffs schreiben ihre eigene Geschichte“, sagt Franzreb, und seine Stimme klingt wie das Knirschen von Stahl auf Eis. Er weiß, dass Fishtown vier Mal gegen Mannheim verlor, aber auch, dass Serienstartseeds schon oft in der Kanalisation der Geschichte landeten.

Die Stärke der Adler liegt in ihrer Defensive. Kein anderes Team kassierte weniger Treffer, selbst Spitzenreiter Köln musste 14 mehr hinnehmen. Das ist kein Zufall, sondern Resultat eines Systems, in dem jeder Schlittschuh den passenden Winkel kennt. Franzreb ist letzte Instanz und erste Anspielstation, 29 Jahre alt, Vater, Nationaltorhüter, und heute Feind seiner einstigen Heimat.

Rückkehr mit verbundenen augen

Rückkehr mit verbundenen augen

Von 2021 bis 2025 baute sich Franzreb in Bremerhaven zur Lokomotive hoch. Vizemeister 2024, Töchterchen auf der Welt, WM-Silber, Olympia. Dann kam das Angebot aus Mannheim, und er nahm es an. „Jetzt gilt es, die Serie zu gewinnen“, sagt er, und die Dankbarkeit klingt einen Herzschlag lang nach, bevor sie erstarrt. Er wird keine Zeit haben, alte Freunde zu begrüßen – jedes Gesicht hinter der Bande ist für 60 Minuten Gegner.

Die Pinguins gelten als Underdog, doch genau das macht sie gefährlich. Sie sitzen tief, warten auf Konter, kennen Franzrebs Schwächen besser als jeder Videoanalyst. Wenn sie das erste Spiel stehlen, verwandelt sich die SAP Arena in ein Pulverfass aus Zweifeln.

Sechs jahre nach dem letzten titel

Sechs jahre nach dem letzten titel

2019 holten die Adler den Pokal, seitdem folgten Halbfinal-Aus, Viertelfinal-Aus, Halbfinal-Aus. Die Kurpfälzer haben gelernt, dass Fast nicht reicht. Trainer Geoff Ward rotierte in den letzten Wochen, um Frische zu erzeugen. Moritz Seider liefert vom blauen Line aus Bomben, Stefan Loibl trägt die Top-Scorer-Krone, und Franzreb soll den Kasten sauber halten. Die Mischung wirkt reif, aber der Cup wird nicht gereift, er wird erobert.

Die Arena ist ausverkauft, 13.600 Stimmen werden zu einem einzigen Brüllen verschmelzen. Draußen am Rhein sprießt der Frühling, drinnen droht ein Winter aus Checks und Ellbogen. Wenn die Sirene ertönt, zählt nur noch ein einfacher Fakt: Wer vier Mal jubelt, fliegt nach Berlin. Wer zweimal stolpert, fliegt nach Hause. Für Franzreb beginnt dort, wo seine Karriere Fahrt aufnahm, nun die nächste Episode. Und er hat vor, sie mit einem Shutout zu eröffnen.