Adler mannheim demütigen bremerhaven – nur noch ein schritt zum sweep

Die Adler Mannheim haben am Sonntagabend mit einem furiosen 5:1 die Fischtown Pinguins regelrecht zerlegt und stehen nun 3:0 in der Viertelfinal-Serie. Die Partie war nach zehn Minuten gelaufen – danach ging es nur noch ubers Schontempo.

Kurz nach dem Bully schon der erste Schock: Justin Schütz schlenzt die Scheibe aus spitzem Winkel unter die Latte. Sekunden später hallt „Sieg Heil“ durch die SAP-Arena – ein Refrain, der sich bis zum Seitenwechsen nicht mehr legt. Denn bevor Bremerhaven überhaupt registrieren kann, wie laut die Mannheimer Anhang wird, knallt William Worge Kreü den Abpraller zum 2:0 rein. Noch vor der ersten Werbeunterbrechung steht 4:0, die Pinguins wirken wie ein College-Team, das versehentlich in der DEL gelandet ist.

Dallas eakins lässt die uhr laufen – und die gäste zappeln

Was folgt, ist kein Eishockey mehr, sondern ein kontrollierter Landsknecht-Festzug. Dallas Eakins schaltet auf Verwaltung, rotiert seine Reihen durch, erlaubt sich sogar, ein Debütantenpaar zu testen. Maximilian Franzreb, einst selbst Bremerhavens letzte Bulwark, pariert aus Reflex – und aus Rache. Er kennt jeden Schritt der Gegner, hat deren Drills mittrainiert, weiß, wann Stendera den Blade zucken lässt. Die Pinguins hingegen werfen ihre beste Chance im Mitteldrittel weg, als Akito Hirose den Pfosten trifft statt das Netz.

Lukas Kälble erhöht mit einem Distanzschuss, der noch zwei Mal abfälscht, als wolle die Scheibe selbst nicht glauben, dass sie freie Bahn hat. 5:0 – die Arena tobt, doch die Stimmung kippt ins Routine-Karaoke. Die Fans proben schon die Halbfinal-Choreos, während oben auf der Videowürfel-Anzeige die Play-off-Tabelle blinkt: Adler auf Null Verlusten, Bremerhaven auf dem Weg zur Statistik-Rubrik „Sweep-Kandidat“.

Ein ehrentreffer, der nur die statistik tröstet

Ein ehrentreffer, der nur die statistik tröstet

Im Schlussdrittel netzt Hirose nach – ein Trostpflaster, das kaum blutet. Die Mannheimer wechseln runter auf Sparflamme, lassen den Puck laufen wie ein Zeitungspapier, das keiner mehr lesen will. Gudlevskis, zwischen den Pfosten ersetzt, kassiert trotzdem noch einen Schlag ins Gemüt: Auf der Anzeigetafel erscheint „Serie vorbei?“ – eine Frage, die sich am Dienstag beantworten lässt, wenn die Teams erneut an der Küste aufeinanderprallen.

Für Bremerhaven bleibt nur die Flucht nach vorne, doch die Analyse wird bitter ausfallen: 37:9 Torschüsse nach 40 Minuten, 4:0 nach zehn – Zahlen, die lauter schreien als jede Kabinenansprache. Für Mannheim hingegen ist die Mission klar: Ein Sieg, und das Halbfinale ist gebucht. Die Meisterschaft 2019 war einst der letzte Titel, seitdem wartet eine ganze Region auf die Rückkehr auf dem Thron. Die Adler haben sich mit diesem Abend wieder ein Stück näher gebracht – und die Gegner im Rückspiegel kleiner gemacht.