Aday mara schreibt ncaa-geschichte – spanien jubelt mit dem nächsten super-zentrum
Chus Mateo musste nicht lange nach Superlativen suchen. Kaum dass Aday Mara in der Nacht von Detroit mit den Michigan Wolverines die NCAA-Krone gegen UConn mit 69:63 geholt hatte, sprudelte es aus dem Bundestrainer heraus: „Ein Pfeiler. Offensiv wie defensiv.“ Der 2,21-Meter-Riese aus Torrelavega ist der erste Spanier überhaupt, der das March-Madness-Turnier gewinnt – und landete prompt im All-Tournament-Team der Final Four.
Der tap hat sich gewaschen
Mateo, seit September 2025 an der Nationalmannschaftsspitze und frisch von der Bank des Real Madrid, hatte Mara schon vor Wochen auf dem Zettel. Was er in den vergangenen Tagen sah, übertraf die Erwartungen. „Er blockt nicht mehr nur intuitiv, er liest die Situation, nutzt seine Armspanne als Fangnetz und bringt gleichzeitig die Rotation mit, die wir in Europa so dringend brauchen“, sagt der Coach. Der 19-Jährige erzielte acht Punkte, holte sieben Rebounds und versenkte zwei Freiwürfe in den letzten 24 Sekunden, die die Partie endgültig drehten.
Doch der Sprung zum Titel war kein Zufall. In der Offensive verwandelt Mara sich laut Mateo in einen „Quarterback unter dem Korb“. Post-Ups? Selbstverständlich. Aber die echte Waffe ist sein High-Post-Spiel: „Er fängt den Ball auf Höhe des Freiwurflinie, dreht sich, sieht den Schlitzer, schlägt den Skip-Pass – und wenn die Defense schwenkt, trifft er den offenen Dreier.“ Die Zahlen sprechen: 3,4 Assists pro Spiel in der Knock-out-Phase, 54 Prozent Feldwurfquote, dazu 1,8 Blocks. Kombinationen wie „Pick-and-Pop“ oder „Delay“ laufen bei Michigan nur, weil Mara mit beiden Händen passt und den Gegner zwingt, klein zu schalten.

Spanien hat nicht nur mara
Neben dem neuen Super-Zentrum hob Mateo auch Álvaro Folgueiras hervor, den Flügelspieler der Iowa Hawkeyes. „Er ist nicht nur ein 3-and-D-Mann, er reboundet im Small-Ball, schaltet sich als Secondary-Playmaker ein und trifft den Corner-Dreier, wenn die Uhr auf fünf tickt“, so der Trainer. Folgueiras kam in der Big-Ten-Conference auf 12,3 Punkte und 5,1 Rebounds, startete in 31 von 32 Spielen.
Beide stehen auf der langen Liste für die Vorbereitung auf die Qualifikationsfenster 2026. „Wir werden sie nicht überbügeln, nur weil sie jung sind. Sobald der Körper und der Kopf bereit sind, bekommen sie ihren Test“, betont Mateo. Spanien zittert derzeit um die direkte Olympia-Qualifikation; die neue Generation soll den Übergang zwischen den Gasol-Brüdern und dem aktuellen Kern schaffen.
Die NCAA-Trophäe steht inzwischen in Maras Wohnung in Ann Arbor, doch für den Center geht es am 20. Juni direkt weiter: Draft-Workouts in Chicago, Interviews mit General Managern, physische Tests. Sein Berater nennt stolz die Zahl 23 – so viele Klubs haben bislang ein Meeting verlangt. Sollte Mara in den Top-15 springen, wäre er der höchstgestellte Europäer seit Porziņģis 2015. Mateo wird dabei sein. „Ich habe ihm gesagt: ‚Den Ruf als weicher Europäer hast du abgelegt. Jetzt zeig, dass du auch den NBA-Körper verdienst.‘“
Spanien feiert derweil nicht nur einen historischen Sieg, sondern auch die Gewissheit, dass der Nachschub nicht auf sich warten lässt. Wenn Mara und Folgueiras ihre Lernkurve halb so steil halten wie bisher, rückt die nächste Goldgeneration in Reichweite. Die Zeit der Experimente neigt sich dem Ende zu – die Zeit der Klasse von 2025 hat gerade erst begonnen.
