Abreu: vom lissabon nach picerno – portugiesischer goalgetter träumt von der serie a

José Leonardo Abreu, der gerade erst in die Welt des Profifußballs eingestiegen ist, hat mit zehn Treffern in seiner ersten Saison für Picerno für Furore gesorgt. Doch der junge Portugiese hat weitaus größere Ambitionen als den Klassenerhalt – er träumt von der italienischen Serie A. Und wer weiß, vielleicht ist er bald schon ein Name, den man sich in Italien merkt.

Von cristiano ronaldos schatten in madeira

Abreu, genannt Leo, wuchs im Schatten des portugiesischen Superstars Cristiano Ronaldo auf. Madeira, seine Heimatinsel, lebt und atmet Fußball, und der Traum, wie sein Idol zu werden, war für jeden Jungen dort selbstverständlich. „Madeira lebt ganz im Zeichen von Ronaldo“, erzählt Leo. „Ich bin in einem Haus aufgewachsen, das nur fünf Minuten von seiner Familiensitz entfernt liegt. Ich habe ihn oft zu Fuß in Funchal gesehen.“ Er begann seine Karriere in Ronaldos erster Mannschaft, Andourinha, und schaffte es später durch die Jugendabteilungen von Nacional, Porto und Benfica.

Die Erinnerungen an die Zeit in Porto sind besonders prägend. „Ich war zwölf und sah Falcao und Hulk, wie sie uns ihre Trikots und Bälle unterschrieben. Ein unglaublicher Traum!“, schwärmt Leo. Im Benfica-Dress spielte er dann mit einem jungen Talent, das heute zu den besten Spielern der Welt gehört: Joao Felix. „Er war ein Ausnahmetalent. Ich habe ihm einen Ball zugepasst, er hat sofort ein Tor erzielt. Ein Champion durch und durch.“

Die reise über den dilettantischen fußball nach italien

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Nachdem er zunächst über verschiedene Stationen im italienischen Amateurbereich gespielt hat, fand Leo in Picerno endlich sein Glück. „Die italienische Fußballkultur erinnert mich an Portugal“, sagt er. „Es gibt viel Leidenschaft und eine große Verbundenheit zum lokalen Fußball.“ Seine zehn Tore in der ersten Profisaison sind Beweis dafür, dass er sich schnell angepasst hat. „Ich hatte mir das Ziel gesetzt und hart daran gearbeitet. Jetzt wollen wir die Klasse halten und weiter punkten.“

Obwohl die Serie A aktuell mit einem enttäuschenden WM-Aus der italienischen Nationalmannschaft zu kämpfen hat, hält Leo an seinem Traum fest. „Die Serie A ist technisch immer noch eine der besten Ligen der Welt“, betont er. „Und in Portugal haben sie keine Angst, junge Spieler zu fördern. Hier in Italien ist das manchmal anders.“

Abreu ist sich bewusst, dass er mit 26 Jahren möglicherweise etwas spät in den Profifußball eingestiegen ist. „Vielleicht habe ich in der Vergangenheit falsche Entscheidungen getroffen. Aber ich glaube, dass alles seinen Sinn hat. Ich bin jetzt hier, und das ist der richtige Moment.“

Und was die Zukunft bringt? „Ich konzentriere mich auf das Ende der Saison und das Ziel, mit Picerno die Klasse zu halten. Danach werden wir sehen.“ Ein Vertragsangebot im Sommer? „Das weiß ich noch nicht. Aber eines ist sicher: Ich werde weiterhin hart arbeiten und mein Bestes geben.“

Statt über den Santiago-Pilgerweg nachzudenken – „das wäre etwas für die Familie“ – hat Leo eine andere Vorstellung, wie er den möglichen Klassenerhalt feiern möchte: „Ich könnte meine Haare in den Farben von Picerno, rot und blau, färben.“