32 Vereine reichen lizenz ein – amstetten bleibt drin, aufstieg wird zum lotteriespiel
Die Uhr schlug 17.00, da war Schluss: 32 österreichische Klubs haben Montag ihre Lizenz- und Zulassungsanträge für die Saison 2026/27 abgeliefert. Die Bombe kommt aus der 2. Liga: Amstetten, bisheriger Tabellenprimus, ist fix dabei – und wird damit wohl keinen sportlichen Abstieg erleben. Die Konsequenz: In der Relegation droht ein leeres Los.
Die zweite liga schrumpft – nur sechs klubs träumen vom aufstieg
Während alle zwölf Bundesligisten pünktlich ihre Papiere einreichten, sieht es in der zweithöchsten Spielklasse düster aus. Admira Wacker, Austria Lustenau, FAC, St. Pölten, Vienna und Schwarz-Weiß Bregenz sind die einzigen Klubs, die überhaupt theoretisch aufsteigen könnten. Die restlichen Vereine haben entweder keine Lizenz für die Bundesliga beantragt oder dürfen aufgrund ihrer Amateurstruktur nicht höher. Das Feld wird kleiner, der Druck größer.
Doch es bleibt ein Paukenschlag: Stripfing und Austria Klagenfurt sind weiterhin in Insolvenz, die Lizenzverfahren laufen. Sollten auch die restlichen Prüfungen negativ verlaufen, würde die 2. Liga nächste Saison mit lediglich zehn Bundesliga-Plätzen da stehen – ein Novum in der Geschichte der österreichischen Profiligen.

Regionalliga liefert nur vier aufsteiger-kandidaten
Von unten will kaum jemand rauf. Aus den drei Regionalligen haben nur vier Klubs den Schritt gewagt: Oberwart und Horn (Ost), Voitsberg (Mitte) sowie der traditionelle Wacker Innsbruck (West). Doch der Blick auf die Tabelle zeigt: Oberwart liegt sieben, Horn gar acht – beide müssten noch eine Serie starten, um überhaupt die Relegationsplätze zu erreichen. Die große Aufstiegs-Hoffnung trägt derzeit nur ein Name: Innsbruck. Die Tiroler führen die Westliga an und könnten nach ihrer Zwangsabstiegs-Pause 2024 zurück in den Profifußball kehren.
Die Lizenzprüfung läuft auf Hochtouren. Die Bundesliga-Lizenzadministration, unterstützt von Finanzexperten der KPMG, wälzt in den nächsten Wochen Bilanzen, Nachhaltigkeitskonzepte und Nachweise. Bis 8. April 2026 fällt die Entscheidung in erster Instanz. Wer da durchfällt, hat noch acht Tage Zeit, sich beim Protestkomitee zu wehren – neue Beweise willkommen. Endgültiger Stichtag ist Ende April, ehe sich im Mai das Ständige Schiedsgericht der letzten Instanz annimmt. Klartext: Wer bis dahin keine sauberen Zahlen vorweist, fliegt raus – egal, wie viele Punkte auf dem Platz geholt wurden.
Für Amstetten ist die Klasse sicher, für die Liga selbst wird die Frage zur Existenz. Denn wenn sich weder sportliche Absteiger noch solvente Aufsteiger finden, könnte die 2. Liga 2026/27 mit nur neun oder zehn Teams starten – ein Format, das kaum noch TV-Gelder und Sponsoren lockt. Die Zeit drängt, und die Rechnung ist gnadenlos: Ohne Lizenz gibt es kein Spiel, ohne Spiel kein Geld. Österreichs Fußball steht am Scheideweg – und die Entscheidung liegt nicht auf dem Rasen, sondern in den Excel-Tabellen der Prüfer.
