1860 München raus aus der 3. liga: ismaik zieht den stecker – löwen rudern in die insolvenz

Die Uhr schlug 17:00 Uhr, die Frist verstrich – und mit ihr der letzte Atemzug der 3. Liga-Träume. TSV 1860 München ist raus, die Lizenz weg, der Investor Hasan Ismaik hat die Kreditlinien gekappt. Vor der Geschäftsstelle an der Grünwalder Straße standen Tausende, Tränen, Pfiffe, ein einziger Sprechchor: „Scheiß auf den Scheich!“ Nur: Ismaik ist kein Scheich, sondern Milliardär mit jordanischem Pass und bayerischem Problemkind.

Zwei verträge, null kompromisse

2,7 Millionen Euro – das war die Lücke, die den Absturz in die Regionalliga besiegelte. Ismaik bot Geld, verlangte dafür strukturelle Reformen. Der Verein lehnte ab. Vereinspräsident Gernot Mang brach es gestern auf der improvisierten Pressekonferenz so runter: „Wir haben verhandelt, aber irgendwo gibt es Grenzen.“ Die Grenze war ein Satz auf Papier, der den eingetragenen Verein entmachtet hätte. Die Konsequenz: Keine Lizenz, kein Spielbetrieb, kein Plan B.

Der Hauptsponsor zog sich noch in der Nacht zurück. 10.000 Dauerkarten für die 3. Liga liegen bereits im Briefkasten der Fans, der neue Fan-Shop am Flughafen sollte Samstag eröffnen. Jetzt packt die Insolvenzkanzlei die Akten aus.

Regionalliga? nur wenn ismaik springt

Regionalliga? nur wenn ismaik springt

Die U21 von 1860 wurde gerade Bayernliga-Meister – ein kleiner Silberstreif, den man sich als Notnagel in die Hand drückt. Aber selbst der Start in der Regionalliga kostet rund eine Million Euro Lizenzgebühr. Ob Ismaik zahlt, ist offen. „Dieser Verein ist größer als jede Krise“, twitterte er gestern. Diesmal könnte die Krise größer sein als alles, was da noch übersteht.

Für den DFB-Pokal hat sich der Klub qualifiziert – 211.886 Euro Prämie. Pech nur: Ohne Lizenz darf man nicht antreten.

1860 München, ehemaliger deutscher Meister, steht vor dem zweiten Zwangsabstieg innerhalb von neun Jahren. Das erste Mal schrieben sie es als Neuanfang. Diesmal klingt es wie das Finale.