17-Jährige wüstling schießt sich mit bronze in die junioren-wm-geschichte
17 Jahre, null Nervenflattern, ein Schießfehler – und trotzdem Platz drei: Sydney Wüstling hat im Heimstadion am Arber die zweite deutsche Medaille der Biathlon-Junioren-WM erschossen. 7,5 km Sprint, 19:36,4 Minuten, 53,9 Sekunden hinter der estnischen Läufer-Express Estere Volfa. Das reicht für Bronze – und für einen Paukenschlag inmitten des Bayrischen Waldes.
Volfa liefert das rennen des tages ab
Die neue Junioren-Weltmeisterin war trotz eines Liegendfehlers nicht einholbar. Volfa preschte schon nach dem ersten Schießen in Führung, verfehlte dann einmal, verließ aber trotzdem als Erste die Matte – und kam nicht mehr zurück. Hinter ihr machte die Finnin Inka Hamalainen den deutschen Doppelerfolg kaputt, landete 53,9 Sekunden vor Wüstling auf Silber. Die Deutsche stemmte sich im Ziel die Arme in die Luft, atmete tief durch – und lächelte mit Bronze auf der Brust.
Johanna Lehnung lieferte das zweite deutsche Ausrufezeichen. Die 21-Jährige blieb fehlerfrei, aber die Loipe verlangte ihr 1:35,1 Minuten ab – Rang sieben. „Ich habe alles rausgeholt, aber die Beine wollten heute nicht mehr“, sagte sie kurz nach dem Ziel. Die Zuschauer am Arber feierten trotzdem – zwei Deutsche in den Top Ten, das gab es zuletzt 2019 in Osrblie.

Lipfert-revival geht weiter
Die Medaille ist kein Einzelfall. Am Vortag hatte schon Hannes Lipfert im Junioren-Sprint Bronze geholt – nun das nächste Podest für den Deutschen Skiverband. Trainer Daniel Böhm spricht von „einem neuen Selbstvertrauen“ innerhalb des Nachwuchskaders. Die Staffelwettbewerbe stehen noch aus, doch schon jetzt hat der DSV vor heimischem Publikum mehr Edelmetall geholt als bei den letzten beiden Junioren-WMs zusammen.
Die WM läuft noch bis 8. März. Für Wüstling geht es am Freitag in der Verfolgung weiter – mit Startnummer drei, direkt hinter Volfa. Die 17-Jährige will nachlegen: „Ich kenne die Strecke, ich kenne das Publikum, und ich kenne meine Schießpunkte. Jetzt ist alles möglich.“ Die Arber-Loipe hat bereits ihren neuen Liebling gefunden.
