16-Jähriger prescott stürzt ins bayern-tor-chaos
Leonard Prescott könnte am Mittwoch mit 16 Jahren und 186 Tagen die Nummer eins sein – ein Junge, der sonst noch mit der U17 reist. Denn beim FC Bayern ist das Torwart-Roulette ausgeufert: erst fällt Neuer aus, dann Urbig, dann der Held vom Bayer-Spiel, Ulreich. Drei Muskelfaserrisse, ein Schädel-Heranwischen, ein Adduktoren-Muskelbündelriss – was bleibt, ist ein Teenager mit Handschuhen in Erwachsenengröße.
Die kette der pleiten
Bayern plant eigentlich in Tranquillität: 6:1 gegen Atalanta, im Rückspiel nur noch den Abklatsch. Doch die Untersuchungsmagnete ticken anders. Ulreichs Oberschenkel revoltiert, die Muskeln reißen sich wie alte Saite. Drei Monate Pause. Urbig, erst am Sonntag noch benommen, läuft plötzlich flinker als die Video-Assistenten. Die Mediziner aber blockieren: keine Einsatz-Garantie. Neuer? Auch nur Trainings-Baller.
Bayern-Vorstand will Risiko vermeiden. Weil im April Real Madrid wartet und danach Leverkusen im Pokal. Da spielt keiner Lotto mit Gehirnerschütterung.

Rekord-marke in gefahr
Sollte Prescott zwischen die Pfosten treten, sprengt er einen Mythos: Sven Scheuers 34 Jahre alter Rekord (18 Jahre, 237 Tage) wäre Geschichte. Nicht einmal die A-Jugend-Trikots sind gewaschen, schon steht der Schüler im Rampenlicht der Königsklasse. Seine Eltern haben extra die Absenz für die Mathe-Klausur beantragt.
Die Uhr läuft. Am Dienstag noch probte er mit Neuer und Urbig Seitenwechsel, flog in kurzen Hosen durchs Tor. Die Kameras fanden ihn, die Fans finden sich in Erinnerungen an ein anderes Wunderkind: Toni Kroos, 17, damals gegen Zürich. Nun also ein Keeper, der eigentlich Schulhof-Training hat.
Die Entscheidung fällt am Mittwochmittag. Entweder Urbig riskiert sein Gehirn oder Prescott riskiert seine Unschuld. Was bleibt, ist die Gewissheit: Nie zuvor war Bayerns Tor so jung – und nie zuvor so verletzungsreif.
