1400 Cops, 20 stadionbans, 500 hools: kölns derby steht unter kriegsregeln
Kein Schritt geht unbehelligt. Am Samstag, 15.30 Uhr, verwandelt sich Köln in ein Schachbrett aus Absperrgittern, Bodycams und Zugangskontrollen. 1400 Polizisten – so viele wie noch nie bei einem Rhein-Derby – sperren die Stadt. Grund: Die Behörden rechnen mit 500 gewaltbereiten Fans, obwohl schon 20 Ultras beider Klubs im Vorfeld mit Stadionverboten belegt wurden.
Reul zieht die rechnung – und der fc wehrt sich
NRW-Innenminister Herbert Reul und sein sächsischer Kollege Schuster hatten den Klubs gedroht, künftig die Millionenkosten für Mega-Einsätze aufzubrummen. Kölns Geschäftsführer Philipp Türoff kontert jetzt: „Pauschale Drohungen untergraben die partnerschaftliche Zusammenarbeit.“ Die Botschaft: Wenn der Staat seine Sicherheitspolitik outsourcen will, soll er selbst auf den Rasen.
Die Zahl der Beamten ist kein Zufall. Sie entspricht einer Kompanie-Stärke – und sie ist ein Eigentor für den deutschen Fußball. Denn parallel zum Spiel findet eine Anti-Rassismus-Demo mit 10 000 Teilnehmern statt. Die Stadt wird zur Falle: Autobahnen dicht, Brücken gesperrt, der öffentliche Nahverkehr fährt Notfahrplan. Wer nur zum Bäcker will, landet im Kontrollgürtel.

Drei punkte zwischen rettung und relegation
Vergessen sollte man nicht, warum 50 000 Menschen überhaupt ins Stadil strömen. Köln und Gladbach trennen genau diese drei Zähler, die entscheiden, wer im Frühjahr noch Europapokal riecht und wer den Abstiegskampf schon jetzt auf sich zieht. Die sportliche Druckkochplatte treibt Emotionen an – und die Politik liefert das Feuerzeug.
Am Ende bleibt eine Frage, die niemand laut stellt: Wer gewinnt, wenn das Derby nicht mehr von Toren, sondern von Verbotslisten und Polizeiketten bestimmt wird? Die Antwort steht schon fest: Die Rechnung für das Spektakel zahlen am Samstag alle – außer denen, die sie verursacht haben.
