14 Teams, ein traum: jetzt rätselt das saarland, wer im pokal weiterkommt
Der Saarlandpokal schaltet heute Abend auf Finalverkürzung. Um 19.00 Uhr rollt der Ball auf sieben Plätzen gleichzeitig, und wer zuletzt nur die Tribüne war, merkt jetzt, warum Pokalspiele Drogen sind: In 90 Minuten kann alles kaputtgehen, was 34 Spieltage lang mühsam erarbeitet wurde.
Roland seitz warnt seine profis vor dem „ballweiler-phantom“
FC Homburg tritt bei DJK Ballweiler-Wecklingen an – ein Name, der in keiner Statistik auftaucht, aber gerade deswegen gefährlich ist. „Wenn du denkst, 80 % reichen, bist du draußen“, sagt Seitz und meint das wörtlich. Die Länderspiellücke nagt an seinem Kader: Lukas Hoffmann und Tim Littmann fehlen langfristig, Sean Busch humpelt noch vom Sprunggelenk, Nico Jörg meldet sich mit Adduktorenproblemen ab. Die Grün-Weißen reisen mit Notverstärkung aus der U23 an – ein Pokalabend, der schon mal den Karriereknick bedeuten kann.
Die restlichen Sechzehntelfinals lesen sich wie ein Who-is-Who des saarländischen Amateurfußballs. Der VfB Theley empfängt den SV Schwarzenbach, Neunkirchen trifft auf Köllerbach – Derby-Feeling inklusive. Wer hier weiterkommt, darf sich auf den 25. März freuen, dann stehen die Viertelfinal-Termine fest. Das Endspiel ist für den 23. Mai vorgesehen, bundesweiter Finaltag der Amateure, bundesweite Träume.

1. Fc saarbrücken muss warten – und das ist ein segen
Die Blau-Schwarzen haben andere Sorgen. Nach dem 2:2 in Schweinfurt – ein Punkt, der wie eine Niederlage schmeckt – geht es heute gegen Wehen Wiesbaden ums reine Überleben in der 3. Liga. Pokalspiel verschoben, Druck nicht. Erst am 11. März dürfen sie gegen Quierschied den DFB-Pott anstoßen. Die Fans fragen sich lautstark, ob die Mannschaft dann noch Luft hat für Extraschichten. Die Antwort liefert der Tabellenplatz – und der ist momentan kein Freund von Romantik.
Der Saarlandpokal ist das große Gleichmacher-Ereignis im Südwesten. Hier schießt der Kreisligist den Profi aus der Kurve, hier fliegen Trainerjobs genauso mit dem Rasen wie Autogrammkarten. Wer heute Abend die Kabine betritt, weiß: Entweder wir schreiben Geschichte – oder wir werden Geschichte. Mehr Drama geht nicht, mehr Saarland auch nicht.
