‘Ndrangheta-netzwerk zerschlagen: ex-ultras-boss festgenommen!
Ein Schlag der Polizei hat die Strukturen der ‘Ndrangheta in Norditalien erschüttert. Bei einer großangelegten Razzia wurden 54 Personen festgenommen, darunter Marco Ferdico, ein bekannter Name aus der Ultra-Szene Mailands. Die Ermittlungen konzentrierten sich auf einen weitverzweigten Drogenhandel, der von der kalabrischen Mafia gesteuert wurde und bis nach Norddeutschland reichte.

Der fall ferdico: vom ultra zum drogenboss
Marco Ferdico, der frühere Chef der Ultras der Inter, war bereits im vergangenen Jahr im Zuge der sogenannten „Doppia Curva“-Ermittlungen verurteilt worden. Nun wird ihm vorgeworfen, eine Schlüsselrolle im Drogennetzwerk der ‘Ndrangheta gespielt zu haben, fungierend als Anlaufstelle für den Vertrieb in Mailand und der gesamten Brianza-Region. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm den Verdacht der Beteiligung an einer mafiösen Vereinigung und des Drogenhandels vor. Die Anklage lautet, dass Ferdico als „der Fußballspieler“ innerhalb der Cosa Nostra fungierte, ein Spitzname, der von Staatsanwalt Salvatore Curcio in der Presse bestätigt wurde.
Die Dimensionen des Handels sind enorm: Bei den Durchsuchungen wurden über 410 Kilogramm Marihuana, 1,5 Kilogramm Kokain, aber auch Haschisch, Heroin, vier Pistolen, drei Revolver und eine Maschinenpistole sichergestellt. Das Geld aus dem Drogenhandel floss zurück in die Finanzierung des illegalen „Welfare“-Systems der ‘Ndrangheta, mit dem Familienangehörige von inhaftierten Mitgliedern unterstützt werden.
Die Ermittlungen, die von der Direzione Distrettuale Antimafia (DDA) koordiniert wurden, deckten Verbindungen zwischen der ‘Ndrina aus Vibo Valentia und Vertriebsstrukturen in Piemont, der Emilia-Romagna und Lombardei auf. Die beteiligten Familien Emanuele und Idà agierten dabei synergetisch und übten eine erdrückende Kontrolle über ihr Territorium aus. Die Festnahmen in den Provinzen Mailand, Rovigo, Viterbo, Vibo Valentia, Catanzaro, Reggio Calabria, Cosenza und Benevento zeigen, wie tiefgreifend das Netz der ‘Ndrangheta verwebt ist.
Am Ende bleibt die Erkenntnis, dass der Fußball, einst ein Symbol für Gemeinschaft und Leidenschaft, erneut als Aufhänger für kriminelle Strukturen dient. Die Strafverfolgungsbehörden haben ein deutliches Signal gesendet: Die ‘Ndrangheta wird nicht tatenlos zusehen, wie ihre illegalen Aktivitäten innerhalb des Sports gedeihen.
