Zwischen hass und sehnsucht: maria kämpft um ihr zweites leben
Vor wenigen Stunden lief auf Canale 5 die zweite Doppelfolge von Un nuovo inizio – und der spanische Sturm zieht weiter über Italien. Es ist 1965, ein kleines Dorf in Extremadura brodelt, und Maria fällt nichts mehr ein als die bittere Gewissheit: Der Mann, mit dem sie vor dem Altar stand, ist nicht ihr Ehemann. Der wahre Gatte heißt Manuel, ist Witwer und steht unter Mordverdacht. Wer jetzt noch glaubt, dies sei bloß eine Telenovela, hat die letzten 90 Minuten verpasst.
Ein pakt mit dem feind
Maria tritt einen Deal an. Sie bleibt, bis die Schulden der Familie beglichen sind. Gegenleistung: Manuel erhält seine Unschuld zurück – zumindest vor Gericht. Die Logik ist kalt, aber die Chemie zwischen Megan Montaner und suavem Victor Clavijo fliegt um die Ohren der Zuschauer. Montaner, seit El secreto de Puente Viejo in Italien verehrt, spielt diese Mischung aus Stolz und Verzweiflung mit einer Feinnervigkeit, die selbst eingefleischte Serie-A-Gucker zum Schweigen bringt.
Doch es knirscht im Getreide. Justa, Manuels resolute Tante, säht Zweifel, wo sie nur kann. Ramón, der Onkel, der eigentlich hätte heiraten sollen, beginnt die Fäden wieder an sich zu reißen. Und draußen auf den Feldern meutern die Tagelöhnerinnen, weil die neue Señora plötzlich das Sagen hat.

Ein leichnam, ein außenseiter und eine drohung
Die Guardia Civil fischt die Leiche von Llanos aus einem Kanal. Alonso, der Bruder der Toten, bricht in Manuels Verhörraum und schlägt zu. Minuten später sitzt Manuel im Kerker. Maria erhält Besuch – nicht von einem Anwalt, sondern von Alonso persönlich. Sein Angebot: Gemeinsam gegen die Cervantes-Familie vorgehen. Die Szene ist so still, dass man das Summen der Fliegen auf dem Bildschirm hört. Montaners Blick schwankt zwischen Abscheu und blanker Berechnung.
Parallel dazu sickert durch: Der verschollene Freund aus Deutschland ist auf dem Weg zurück. Drei Jahre hat er Kohle geschaufelt im Ruhrgebiet, drei Jahre hat Maria gewartet. Nun kehrt er heim – und trifft auf eine Frau, die reicher ist als gedacht, aber nicht mehr frei.

Die zweite staffel schon gedreht
Während italienische Zuschauer heute Nacht um 23:30 Uhr die nächsten beiden Folgen sehen, laufen in Spanien bereits die Dreharbeiten zur dritten Staffel. Netflix-Italia bietet die komplette erste Staffel unter dem Originaltitel Entre Tierras zum Binge-Watch an. Die Quote bei Canale 5 stieg in der vergangenen Woche um 21 % – ein Wert, den sonst nur Champions-League-Nachspielzeit liefert.
Die Moral von der Geschicht? In einem Dorf ohne Mobilfunk ist der schnellste Weg zur Freiheit oft der längste. Und wer glaubt, eine Ehe sei ein Ausweg, lernt spätestens beim dritten Kuss, dass der Preis für Sicherheit Einsamkeit heißt.
