Zwickau löscht rote laterne: 25:25 gegen oldenburg schmeckt wie sieg

Die Handball-Frauen von Sachsen Zwickau haben die Tabellenlaterne kurz vor Ladenschluss abgegeben – und das ohne Sieg. Das 25:25 gegen Oldenburg am Dienstagabend war mehr Remis, es war eine Befreiung.

Janssen rettet den punkt mit letzter parade

Janssen rettet den punkt mit letzter parade

Lilly Janssen streckte sich im Tor, der Ball prallte an ihren Arm – und die Halle explodierte. Sekundenbruchteile später erklang die Sirene, der achte Punkt im 17. Spiel war perfekt. Laura Szabo hatte Sekunden zuvor mit ihrem sechsten Treffer das 25:25 erzielt, doch die letzte Heldin hieß Janssen. Ihre neunte Parade besiegelte den Sprung auf den vorletzten Rang.

Norman Rentsch atmete tief durch. Sein Team hatte 58 Minuten lang gegen die favorisierten Norddeutschen dominiert, zweimal eine Führung von drei Toren herausgespielt und dann doch noch gezittert. „Wir haben es uns selbst schwer gemacht“, sagte er im MDR-Interview, „aber der Punkt ist ein Schritt nach vorn – endlich.“

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: vor dem Spiel lag Zwickau bei 7:16 Punkten, jetzt sind es 8:17. Klingt nach wenig, reicht aber, um Union Halle-Neustadt auf die letzte Position zu verweisen. Die Große Pause ist gerettet, der Abstand zum rettenden Ufer beträgt zwei Zähler.

Den Zwickauerinnen gelang genau das, was sie in der vergangenen Woche beim 23:29 in Bensheim vermissen ließen: kompakt stehen, Tempo rausnehmen und Szabo im Kreis laufen lassen. Die Ungarin war an diesem Abend nicht nur treffsicher, sondern auch clever – sie zog die Oldenburger Innenblock-Deckung auf und eröffnete Räume für Außenläuferin Kaho Nakayama.

Doch Oldenburg schläft nicht. Toni-Luisa Reinemann erzielte acht Treffer, Deutschlands Vize-Weltmeisterin Jenny Behrend forderte Janssen mit Tempogegenstößen. Als die Gäste in der 54. Minute erstmals in Führung gingen, schwankte die Halle zwischen Hoffen und Bangen.

Zwickau antwortete mit Kampf, nicht mit Klasser. Das ist die DNA dieser Mannschaft: keine Stars, dafür Gemeinschaft. Und die zahlt sich aus, wenn Janssen in der Schlusssekunde noch einmal langt und der Ball wie angeklebt an ihrem Arm haftet.

Mit dem achten Punkt im Gepäck fahren die Sächsinnen am Wochenende nach Bietigheim. Dort wartet der Meister, aber die Laterne bleibt zu Hause – und das ist am 25. März 2026 die wichtigste Nachricht für alle, die sich in Zwickau für Handball begeistern.