Zverev zertrümmert: cobolli fegt ihn in 68 minuten aus münchen

68 Minuten. Mehr brauchte Flavio Cobolli nicht, um Alexander Zverevs München-Traum mit zwei trockenen 6:3 zu begraben. Der Titelverteidiger verpasst das Finale, die Rekordjagd ist gestoppt – und die Frage nach der Halbfinal-Angst wird lauter.

Cobolli spielt zverev an die wand

Zverev wirkte von der ersten Rallye an wie in Zeitlupe. Cobolli preschte durch den Sand, feuerte 32 Winner – davon 20 allein im ersten Satz. Der Hamburger hing blieb stets eine halbe Sekunde zu spät, seine Vorhand fand keine Länge, die Rückhand keine Tiefe. Beim Stand von 1:4 im zweiten Satz schrie er erstmals in Richtung Spielerbox, doch es half nichts. Cobolli brach erneut zum 3:1, schlug Sekunden später ein Ass zum 4:1 und lief wie ein Motorrad ohne Bremsscheibe.

Die Statistik ist gnadenlos: Zverev gewann nur 36 % der Punkte hinter seinem zweiten Aufschlag, Cobolli 68 %. Die Return-Quote des Italieners: 52 %. Zahlen, die wehtun – und die erklären, warum Zverev nach dem Match mit hängenden Schultern zum Netz trabte, während Cobolli zitternd in seine Handtuch kauerte.

Tränen statt jubel – italiener spielt nach todesfall

Tränen statt jubel – italiener spielt nach todesfall

Was die Kameras nicht sofort zeigten: Cobolli brach nach dem letzten Punkt nicht in Siegesglück, sondern in Tränen aus. Ein enger Freund war am Vortag überraschend gestorben. „Ich habe heute für ihn gespielt“, sagte er später mit belegter Stimme. „Jeder Winner war ein Gruß an ihn.“ Die Arena applaudierte, selbst Zverev klatschte respektvoll – trotz eigener Enttäuschung.

Für den 23-jährigen Florentiner ist es das größte Finale seiner Karriere. Er trifft nun entweder auf Ben Shelton oder Alex Molcan – und könnte nach Hamburg 2025 seinen zweiten deutschen Sandtitel in Serie holen.

Zverevs halbfinal-fluch: fünf mal, fünf mal

Zverevs halbfinal-fluch: fünf mal, fünf mal

Damit setzt sich eine Serie fort, die mittlerweile an Makabres grenzt: 2026 stand Zverev bereits fünf Mal im Halbfinale – und verlor jedes einzelne. In München war es seine vierte Vorschlussrunde, doch erstmals verpasste er das Endspiel. Die Chance, Philipp Kohlschreiber als alleinigen Rekordsieger abzulösen, ist erst einmal vertagt.

Was bleibt, ist die Erkenntnis: Cobolli hat sich in der Sandplatz-Hierarchie nach vorn geschoben. Zverev muss nun in Madrid und Rom Punkte sammeln, will er die French Open nicht aus einer Position der Schwäche heraus bestreiten.

Ein Trost bleibt: Im Doppel stehen mit Jakob Schnaitter und Mark Wallner zwei Deutsche überraschend im Finale. Die Quali-Recken schickten Bhambri/Venus nach Hause und sicherten sich bereits 83 900 Euro – beim Sieg winken 157 320. Vielleicht klappt der Titel ja ohne Zverev.